Kontroverse über Abstammung Senatorin fordert eine Million Dollar von Trump

Donald Trump wollte Elizabeth Warren nicht glauben, dass ihre Vorfahren Ureinwohner waren. Jetzt hat die Senatorin die Ergebnisse eines DNA-Tests vorgelegt - und gefordert, dass der US-Präsident ein Versprechen hält.

Elizabeth Warren
REUTERS

Elizabeth Warren


Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren fordert den US-Präsidenten Donald Trump auf, eine Million Dollar zu spenden. Hintergrund ist die Kontroverse um ihre Abstammung: Warren gibt an, dass unter ihren Vorfahren amerikanische Ureinwohner waren.

Trump hatte das bezweifelt. "Ich werde eine Million US-Dollar an die Wohltätigkeitsorganisation Ihrer Wahl spenden, wenn Sie den Test machen und er zeigt, dass Sie Indianerin sind", sagte er auf einer Kundgebung im Juli .

Nun liegt das Ergebnis des Tests vor, wie die Zeitung "Boston Globe" berichtet. Es gebe "solide Beweise" dafür, dass einer von Warrens Vorfahren Ureinwohner war. In dem Gutachten des Genetikers Carlos D. Bustamante von der US-Elite-Universität Stanford ist die Rede von einem Verwandten Warrens, der sechs bis zehn Generationen vor ihr gelebt habe. Laut der Analyse hat Warren einen deutlich höheren Anteil indianischen Erbguts als eine durchschnittliche weiße Person in Utah.

Im Video: Trump bezeichnet Senatorin als "Pocahontas"

Auf Twitter erinnerte die Politikerin Trump an seine Aussage. Sie forderte ihn auf, eine Million US-Dollar an die Organisation NIWRC zu spenden, die sich für die Rechte indigener Frauen in den USA einsetzt.

Trump selbst will von der Sache nichts mehr wissen. Vor Journalisten sagte er laut CNN: "Wen interessiert das?" Er habe das nicht gesagt. "Lesen Sie das noch mal nach." Später sagte er, dass er nur spenden werde, wenn er Warren persönlich testen könne.

Tatsächlich gibt es ein Video des Auftritts vom 5. Juli im US-Bundesstaat Montana. Darin erklärt Trump, dass er Warren, die überlegt im Jahr 2020 als Kandidatin bei der Präsidentschaftswahl anzutreten, in einer Debatte zu einem DNA-Test auffordern würde. Er sprach in Anspielung auf Warren von einer "Fake-Pocahontas".

Pocahontas war die berühmte Tochter des Häuptlings Powhatan-Sachem, es ist auch der Titel eines Disney-Films. Trump hat diesen Namen schon in der Vergangenheit für Warren benutzt: bei einer Ehrung von Navajo-Veteranen im Weißen Haus. Sie haben im Zweiten Weltkrieg für die USA gekämpft.

Ein Sprecher einer Ureinwohnervereinigung sagte dem Sender NBC damals, Trumps Äußerung habe einen rassistischen Beigeschmack. Er nutze eine historische Figur in einem abfälligen Sinn, zumal denkbar unpassend im Kontext einer solchen Ehrung.


Anmerkung: In einer früheren Version des Textes war lediglich von einer Wette zwischen Trump und Warren die Rede. Wir haben die Positionen der beiden konkretisiert.

jpz/AP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.