Miss Universe vs. US-Milliardär Alle gegen Donald Trump

Die Kritik an Donald Trump reißt nicht ab: Nun wendet sich auch noch Miss Universe gegen den Mann, der den Wettbewerb produziert. Nach zahlreichen Kündigungen hat sich ein US-Sender nun die Übertragungsrechte gesichert.

AP

Neil Young, Cher, Shakira, Mexikos Außenminister - und jetzt reiht sich auch noch die aktuelle Miss Universe in die Reihe der Donald-Trump-Kritiker ein: Paulina Vega aus Kolumbien bezeichnete Äußerungen des US-Milliardärs über Migranten als "ungerecht und verletzend".

Der 69-Jährige will US-Präsident werden und hatte mexikanische Einwanderer in seiner Antrittsrede als "Vergewaltiger" bezeichnet, als Problemfälle, die Drogen und Kriminalität in die USA brächten. Manche seien wohl auch gute Menschen.

Vega, die den Schönheitswettbewerb 2014 gewann, erklärte sich mit der Latino-Gemeinschaft in den USA solidarisch. In ihrer Heimat wurde sie aufgefordert, die Krone der Miss Universe abzulegen. Das lehnte die 22-Jährige ab. Sie denke nicht, dass es innerhalb der Organisation von Trumps Schönheitswettbewerb rassistische Vorurteile gegen Latinos gebe. Sonst wäre sie nicht zur Miss Universe gewählt worden.

Trumps Äußerungen hatten deutlich spürbare Folgen. Die Stadtregierung von Bogotá nahm ihre Bewerbung um die Austragung der Miss-Universe-Wahl 2015 zurück. Die Kaufhauskette Macy's kündigte an, eine Trump-Modelinie aus dem Sortiment zu nehmen. Mehrere Fernsehsender in den USA und Lateinamerika kündigten an, den Wettbewerb nicht länger auszustrahlen. Unter anderem kündigte der US-Sender NBC die Zusammenarbeit auf.

Die Schönheitsshow hat indes eine neue TV-Heimat gefunden: Der US-Kabelsender Reelz sicherte sich die Übertragungsrechte. Der Wettbewerb und die teilnehmenden Frauen seien "ein wesentlicher Teil der amerikanischen Tradition", heißt es demnach in einer Mitteilung des Senders. Reelz-Chef Stanley E. Hubbard distanzierte sich von Trumps Äußerungen und betonte, dieser werde von der Übertragung (12. Juli) nicht finanziell profitieren. Die Wahl zur Miss Universe sei so unpolitisch wie ein Event nur sein könne.

Mit welchem Personal die Show steigt, ist noch unklar. Mehrere Moderatoren und Musiker, darunter Rapper Flo Rida, hatten ihre Teilnahme wegen der Kontroverse um Trump abgesagt.

Im Video: Trump bezeichnet Einwanderer als Vergewaltiger

hut/dpa/AFP/Reuters

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