A$AP Rocky in Schweden Trump will für inhaftierten Rapper bürgen

Nach Kim Kardashian und Justin Bieber setzt sich nun auch US-Präsident Trump für den US-Rapper A$AP Rocky ein. Er würde auch die Kaution bezahlen. Nur: Das schwedische Recht kennt so etwas nicht.

A$AP Rocky posiert vor einer Fashion-Show in Paris (Archiv)
Patrick Kovarik / AFP

A$AP Rocky posiert vor einer Fashion-Show in Paris (Archiv)


US-Präsident Donald Trump ist in einem Telefonat mit Schwedens Regierungschef Stefan Löfven für die vorläufige Freilassung des dort inhaftierten US-Rapper A$AP Rocky eingetreten. Er habe angeboten, "persönlich für (A$APs) Kaution oder eine Alternative zu bürgen", schrieb Trump auf Twitter.

A$AP Rocky, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, war Ende Juni in Stockholm nach einem Konzert in eine Schlägerei verwickelt worden. Der 30-Jährige wurde später wegen des Vorwurfs der Körperverletzung festgenommen. Ein schwedisches Gericht entschied Anfang Juli, dass der Rapper wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft bleiben müsse. Das Amtsgericht in Stockholm verlängerte am Freitag die Untersuchungshaft, der Künstler musste mehrere Auftritte seiner derzeitigen Europatournee absagen.

Er habe Regierungschef Löfven versichert, "dass bei A$AP keine Fluchtgefahr besteht", schrieb Trump. Er wolle in der Angelegenheit innerhalb von 48 Stunden erneut mit der schwedischen Regierung in Kontakt treten.

Ein schwedischer Regierungssprecher beschrieb das rund zwanzigminütige Gespräch als "freundlich und respektvoll". Regierungschef Löfven habe dabei betonte, "dass die schwedische Justiz, Staatsanwälte und Gerichte völlig unabhängig sind". Die schwedische Regierung habe weder die Macht noch die Absicht, den Gerichtsprozess zu beeinflussen. Die Möglichkeit, auf Kaution freizukommen, ist im schwedischen Rechtssystem nicht vorgesehen.

Schon diverse Prominente haben sich für A$AP Rocky eingesetzt. Reality-TV-Star Kim Kardashian, Popstar Justin Bieber und andere Musiker verlangten seine Freilassung. Trumps Einsatz für den schwarzen Rapper kommt nach neuen Rassismusvorwürfen gegen den Präsidenten. Der erste Mann im Weißen Haus war zuletzt heftig kritisiert worden, weil er vier nichtweißen demokratischen US-Kongressabgeordneten empfohlen hatte, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzukehren.

kko/AFP/dpa



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