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Dr. Dre: "Ich entschuldige mich bei den Frauen, die ich verletzt habe"

Foto: KEVIN WINTER/ AFP

Dr. Dre "Ich entschuldige mich bei den Frauen, die ich verletzt habe"

Dr. Dre hat als Produzent Musikgeschichte geschrieben, er hat ein Vermögen verdient - und er soll Frauen misshandelt haben. Bei ihnen hat sich der 50-Jährige nun entschuldigt. Inzwischen reagierte auch Geschäftspartner Apple auf das Statement.

"Vor 25 Jahren war ich ein junger Mann, ich habe zu viel getrunken, mir wuchs es über den Kopf, mein Leben ohne klare Strukturen. Und dennoch: Nichts davon rechtfertigt, was ich getan habe." Dr. Dre hat mit einem Statement in der "New York Times"  ("NYT") auf Vorwürfe reagiert, er habe Frauen misshandelt: Er entschuldige sich bei den Frauen, die er verletzt habe, schreibt der 50-Jährige. Er bedaure sehr, was er getan habe.

Mehrere Frauen werfen Andre Romell Young, besser bekannt als Dr. Dre, vor, sie in der Vergangenheit attackiert zu haben. Anfang der Neunzigerjahre soll er beispielsweise die Journalistin Dee Barnes angegriffen haben. Erst vor wenigen Tagen schrieb sie bei "Gawker " die Geschichte noch einmal auf. Auch die R&B-Sängerin Michel'le wirft Young Misshandlungen vor, sie war von 1990 bis 1996 seine Freundin.

Dass die Geschichten aus der Vergangenheit nun wieder präsent werden, liegt vor allem am Kinofilm "Straight Outta Compton": Das biografische Musikdrama erzählt die Geschichte der erfolgreichen Rap-Gruppe N.W.A. um Dr. Dre, Ice Cube und Eazy-E, die Ende der Achtzigerjahre mit ihrem Album, nach dem der Film benannt ist, den Gangsta-Rap international bekannt machte. Was allerdings keinerlei Beachtung findet, sind die Misshandlungsvorwürfe gegen Young.

Darauf angesprochen, sagte Regisseur F. Gary Gray : "Du könntest fünf N.W.A.-Filme machen mit all den Informationen, die es gibt... Wir konnten nicht alles unterbringen."

Nach der anhaltenden Kritik folgte nun also das Statement von Young in der "NYT". Er sei seit 19 Jahren verheiratet und arbeite jeden Tag daran, ein besserer Mensch zu werden, zitiert ihn die Zeitung. "Ich tue alles in meiner Macht stehende, um nie wieder dem Mann von einst zu ähneln."

In den vergangenen Jahrzehnten hat Young eine beachtenswerte Karriere hingelegt: Er schrieb als Produzent Musikgeschichte und revolutionierte das Rap-Genre, indem er ihm den Weg in den Mainstream ebnete. Er hatte mit Snoop Dogg, Eminem, 50 Cent und Kendrick Lamar einige der wichtigsten Stimmen der Szene entdeckt und gefördert. Zudem brachte er mehrere eigene Alben heraus, Anfang dieses Monats erschien nach 16 Jahren Pause sein neues.

Im Mai 2014 erklärte Young, dass er seine Kopfhörermarke Beats für 3,2 Milliarden Dollar an Apple verkauft habe. Die Firma äußerte sich nun ebenfalls zu den Missbrauchsvorwürfen.

"Dre hat sich für die Fehler entschuldigt, die er in der Vergangenheit begangen hat", heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. "Wir glauben an seine Aufrichtigkeit und nach anderthalb Jahren der Zusammenarbeit haben wir jeden Grund zur Annahme, dass er sich geändert hat."

aar/AP/Reuters