Drogen Harry-Potter-Bösewicht muss Sozialstunden leisten

Er nutzte "ein ausgeklügeltes Anbausystem": Weil er im Haus seiner Mutter Cannabis angepflanzt hat, ist Harry-Potter-Darsteller Jamie Waylett von einem Londoner Gericht zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden.


London - In den Harry-Potter-Filmen spielte Jamie Waylett den dummen, dicken Bösewicht Vincent Crabbe. Im wirklichen Leben wurde ihm nun seine Vorliebe für illegale Drogen zum Verhängnis. Ausgerechnet zu seinem 20. Geburtstag, an diesem Dienstag, wurde Waylett von einem Londoner Gericht verurteilt.

Man habe die Tatsache berücksichtigt, dass Waylett nur wenig Cannabis angebaut habe, sagte Richter Timothy Workman in London. Zudem sei der Drogenrohstoff offenbar nicht zum Verkauf angebaut worden. Allerdings habe Waylett ein "ausgeklügeltes Anbausystem" genutzt.

Der Richter wertete zu Gunsten des Angeklagten, dass er sich umgehend schuldig bekannt und mit der Polizei zusammengearbeitet hat. Waylett sei trotz des Vergehens ein "Mann von gutem Charakter".

Ein ebenfalls angeklagter 20-jähriger Bekannter des Schauspielers kam nicht so gut weg: Er wurde zu einem sechswöchigen Gewahrsam in einer Einrichtung für junge Straftäter und einer Geldstrafe von 500 Pfund (etwa 580 Euro) verurteilt, nachdem er den Besitz von elf Cannabis-Päckchen und einem Messer eingeräumt hatte.

Jungschauspieler Waylett hatte gestanden, in der Wohnung seiner Mutter zehn Cannabis-Pflanzen angebaut zu haben. Die Polizei war den beiden im April bei einer Durchsuchung des Autos von Wayletts Freund auf die Schliche gekommen. In dem Wagen, mit dem die beiden unterwegs waren, fanden die Beamten zunächst acht Päckchen und das Messer.

Danach stießen die Ermittler auf zehn Cannabis-Pflanzen, als sie die Wohnung von Wayletts Mutter unter die Lupe nahmen. Schließlich entdeckten die Beamten drei weitere Cannabis-Päckchen bei dem Freund des Schauspielers.

Waylett spielt in den Potter-Filmen Vincent Crabbe, einen Freund von Draco Malfoy, dem erbitterten Widersacher von Harry Potter. Der jüngste Film "Harry Potter und der Halbblutprinz" hatte Anfang Juli in London Premiere gefeiert und war vergangene Woche auch in Deutschland in die Kinos gekommen.

Derweil hat Harry-Potter-Musterschülerin Hermine, im wahren Leben Emma Watson, ganz andere Probleme. Sie trägt sich mit dem Gedanken, nach Abschluss der "Harry Potter"-Reihe ihre britische Heimat zu verlassen. Sie werde ab Herbst an der renommierten Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island studieren, sagte die 19-Jährige dem "Paste"-Magazin. Nach einem Einser-Schulabschluss will sie dort Literaturkurse belegen.

Sie klinge zwar wie ein Streber, liebe es aber wirklich, zu lernen, erklärte Watson. "Ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig", so die Schauspielerin.

Über die Reaktionen ihrer Kommilitonen auf ihren Bekanntheitsgrad macht sich die Britin keine Sorgen. Es sei unausweichlich, dass einige Studenten ihre Filme gesehen haben, sagte Watson. Sie hoffe aber, noch kurzer Zeit nur noch Emma Watson aus Großbritannien, statt Emma Watson aus den Potter-Filmen zu sein.

ala/dpa/AFP/ddp



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