RTL-Dschungelcamp Frühere Sexpartner fordern Schweigepflicht für Gina-Lisa Lohfink

Gina-Lisa Lohfink dürfte zu Unrecht behauptet haben, zwei Männer hätten sie vergewaltigt. Nun zieht sie ins RTL-Dschungelcamp ein. Sollte Lohfink die Vorwürfe wiederholen, droht Ärger.

Gina-Lisa Lohfink
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Vor dem Start des RTL-Dschungelcamps an diesem Abend haben zwei frühere Sexpartner von Showkandidatin Gina-Lisa Lohfink den TV-Sender aufgefordert, mögliche ehrverletzende und verleumderische Aussagen der 30-Jährigen vor der Kamera nicht zu zeigen.

Hintergrund ist ein Vorfall aus dem Jahr 2012, der im vergangenen Sommer eine öffentliche Debatte auslöste. Ein Berliner Amtsgericht verurteilte Lohfink wegen falscher Verdächtigung. Sie habe wider besseres Wissen behauptet, die beiden Sexpartner hätten sie 2012 vergewaltigt und mit K.-o.-Tropfen ausgeschaltet.

Schreiben an RTL

In drei Briefen wandte sich der Anwalt der beiden Männer, der Berliner Strafverteidiger Christian Gerlach, seit Mitte Dezember an den Sender. Zu untersagen sei Lohfink nicht nur, von Vergewaltigung zu sprechen. Auch die Behauptung, es habe Sex gegen ihren Willen gegeben, sei "selbstverständlich strafbar".

"Frau Lohfink ist es lediglich erlaubt, öffentlich zu erklären, dass sie einvernehmlich Sex mit beiden Mandanten gehabt hat", schreibt Gerlach. Es könne "nicht hingenommen werden", wenn RTL mit der Verbreitung der Vergewaltigungsvorwürfe "auch noch Quote und damit Kasse macht". Gerlach sagte SPIEGEL ONLINE, falls Lohfink die Vorwürfe im Dschungel wiederhole, werde er gegen RTL per Eilantrag Unterlassung beantragen und Schadensersatz fordern.

Ein Sprecher von RTL sagte auf Anfrage, man beabsichtige nicht, durch die Ausstrahlung Rechte Dritter zu verletzen. "Frau Lohfink dürfte bewusst sein, dass Stellungnahmen zum Prozess der Wahrheit entsprechen sollten." Ob der Sender Lohfink ermahnt hat, die Vorwürfe im Dschungel nicht zu wiederholen, wollte der Sprecher nicht sagen.

Lohfink hatte gegen das Urteil des Amtsgerichts Revision eingelegt. Einer der beiden Männer verklagt Lohfink beim Landgericht Berlin auf Unterlassung. In beiden Fällen ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Szenen aus dem Camp, die Zuschauer sehen können, sind fast ausschließlich Aufzeichnungen. RTL behält die Kontrolle darüber, welche Aussagen gezeigt werden.

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