"Dschungelcamp" Giulia Siegel auf Küblböcks Spuren

Sie fürchtet Wasser, Dunkelheit, Spinnen sowie enge Räume und klagt über Rückenschmerzen: Komponistentochter Giulia Siegel ist geradezu prädestiniert fürs RTL-Dschungelcamp. Bei ihrer ersten Prüfung entlarvte sie sich selbst - und kassiert nun die Quittung.


Hamburg - Sie gibt sich natürlich und ungeschminkt: Wer Giulia Siegel aus der Münchner Schickeria kennt, muss genau hinsehen, um sie im RTL-Dschungelcamp überhaupt identifizieren zu können. Die 34-Jährige geriert sich buchstäblich blass und wimpernlos und frönt dem, was sie am besten kann: Kette rauchen und nölen.

Als sich Lorielle ihrer ersten Dschungelprüfung stellen musste, riet die Tochter des Schlagerkomponisten Ralph Siegel der 23-Jährigen großspurig und sinngemäß: "Man darf bloß keinen auf Daniel Küblböck machen - zicken, kreischen, heulen, sonst wählen einen die Zuschauer immer wieder zur Prüfung."

Lorielle parierte und verschlang lebende Bandwürmer, kleingehackte Känguru-Penisse (Penis-Colada) und noch zappelnde, knirschende Käfer. Sie erntete neben Zuschauerrespekt zehn Sterne für alle semiprominenten Camp-Teilnehmer (Dschungelwährung: ein Stern = ein Essen).

Giulia Siegel scheint neben der Küblböck-Variante noch eine andere Überlebensstrategie für den Dschungel entwickelt zu haben. Frei nach dem Motto: Erfinde Phobien, die du nicht hast, dann quälen sie dich extra, was ja nicht schlimm ist, weil man die Phobien gar nicht hat.

So predigte die Millionärstochter seit Beginn des Camps, worauf sie allergisch und empfindlich ist: Wasser, Dunkelheit, enge Räume und Spinnen. Prompt wurde sie dazu auserwählt, in die sogenannte "Kammer des Schreckens" zu steigen. Eine enge, dunkle Kammer, die innerhalb kürzester Zeit mit Wasser gefüllt wird.

"Ich habe Klaustrophobie, eine Spinnenphobie, eine Wasserphobie und Angst vor der Dunkelheit, und alle vier Ängste erwarten mich hier", dozierte Siegel, kurz bevor sie in die Kammer stieg. Trotzdem werde sie sich dem stellen.

Scheinbar ängstlich kletterte sie in den unterirdischen Bunker. Doch sobald die Zeit lief, tauchte die Münchnerin munter unter Wasser, schnappte sich sechs von zehn Sternen, stieg putzmunter aus der Schreckenskammer und verkündete strahlend: "Das hat total Spaß gemacht."

Zurück blieben ein verwundertes Moderatorenduo und stutzige Camp-Kollegen. "Vielleicht hat sie ihre Phobien nur gespielt", orakelte Ingrid van Bergen danach. "Sie ist ein cleveres Mädchen", urteilte Peter Bond, und Gundis Zámbó fragte: "Dass man eine Phobie so schnell überwinden kann ...?"

Giulia Siegel hat die Rechnung jedoch offensichtlich ohne den Wirt gemacht: Für die nächste Dschungelprüfung wählten die Zuschauer erneut sie. Und das, obwohl sie nicht geheult hat.

jjc



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