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Dschungelkönigin des Tages: Kims Konterqualitäten

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Dschungelcamp-Königin des Tages Kims Konterqualitäten

Regen sorgt im Dschungelcamp dafür, dass die ungeschminkte Wahrheit ans Licht kommt: Kim Debkowski kann ganz nett wirken ohne Farbe im Gesicht. Weil sie zudem die Zudringlichkeit von Rocco mit einem vernichtenden Konter abwehrt, ist sie für Arno Frank die Siegerin des Tages.

Von dschungelköniglicher Majestät ist diesmal vor allem der Regen. Unaufhörlich schüttet es in biblischen Strömen, Bäche schwellen zu Flüssen und die Pritschen sind bald fürchterlich durchnässt. Über allen Dingen liegt ein Dauerrauschen, das man fast für eine Tonstörung halten könnte und monumentale Monotonie verbreitet.

Es rauscht bei der Live-Übertragung, es rauscht in den Zusammenschnitten, es rauscht und rauscht und rauscht und spült den Dreck einfach weg. Auch den auf der Haut. Es gehört zu den wenigen wertvollen Erkenntnissen, die man aus dieser Sendung ziehen kann, dass manche Leute ohne Schminke plötzlich ganz nett wirken. Fast wie Menschen. Das war schon einmal bei Giulia Siegel so, diesmal lässt sich dieser verwirrende Effekt an Kim Debkowski beobachten.

Im echten - also: im falschen - Leben nennt sie sich Kim Gloss und sieht leider auch so aus. Als hätte sie kein Gesicht, würde sie sich nicht eines malen. Früher muss sie mal bei "Deutschland sucht den Superstar" ausgeschieden sein, seit einer Weile arbeitet sie an ihrer bisher recht unauffälligen Karriere als deutsche Britney Spears. Ihre aktuelle Single heißt "Ray Bom A Bom A" und klingt leider auch so.

Im Lager ist Kim bisher weder durch Zusammenbrüche noch durch Intrigen aufgefallen, sondern nur als kalkuliert kokette Bettgenossin von Ochsenknecht-Sohn Rocco. Die Turtelei bleibt immer schön im Ungefähren, würde gut nach Bollywood passen und wäre für die "Bravo" schon zu brav. Ailton, der sich das Gekicher und Gekitzel ein Weilchen misstrauisch angeschaut hat, fasst fachmännisch zusammen: "Die mache nur Spiel".

Bei der Folterprüfung allerdings macht Kim ernst und erweist sich, überraschend patent, als Dschungelkönigin des Tages. Partnerin Radost Bokel jedenfalls passt angewidert, als es gilt, Vagina vom Schwein (hihi) oder Penis vom Hirsch (höhö) zu verspeisen - und wird dafür später denn auch rausgewählt. Kim aber legt einen trotzigen Ehrgeiz an den Tag, der alles Kükenhafte rasch verfliegen lässt. Der Kiefer mahlt, und im Gesicht spiegelt sich das ungeschminkte Ringen zwischen Ekel und Stolz. Der Stolz überwiegt, ringt den Ekel nieder - und geht natürlich trotzdem flöten. Dafür sorgt spätestens Rocco, der im Alleingang all die feinsinnigen Witze reißt, die sich im Zusammenhang mit Geschlechtsorganen so anbieten.

Kim muss sich danach erstmal hinlegen - und ist selbst im Halbschlaf noch schlagfertig genug, den zudringlichen Ochsenknecht-Sohn mit einem vernichtenden Satz abzuwehren: "Jetzt nicht, ich muss dauernd an den Penis denken". Großes Fernsehen!

Ekelfaktor: Die lüstern ausgestellte Hingabe, mit der Jazzy in Freiheit den Rand der ersten Dose Cola abschmatzt.

Erotikfaktor: Die dicke schwarze Brille, die dem leeren Gesicht von Micaela einen Anhauch von Intelligenz verleiht.

Entertainment-Faktor: Die in aller Unschuld von Dirk Bach geäußerte Tatsache, dass im Camp "keiner mehr ohne ausländische Wurzeln" hockt und man "Migranten bekanntlich nur schlecht wieder los wird". Lustig, oder?

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RTL kürt den Dschungelkönig der sechsten Staffel von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!", SPIEGEL-ONLINE-Autoren küren nach jeder Sendung ihren Gewinner des Tages.

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