DSDS-Star Eilfeld "Ins linke Ohr rein, rechts raus"

Sie wurde öffentlich als "Everybody's Arschloch" beschimpft. Jetzt verwandelt sich die Demütigung in Ruhm. Im SPIEGEL-Interview spricht Annemarie Eilfeld über ihre Zeit als Kandidatin von "Deutschland sucht den Superstar" und ihre von "Bild" befeuerte Après-Karriere.


SPIEGEL: Muss man von Juror Dieter Bohlen geliebt werden, um bei "DSDS" überleben zu können?

Eilfeld: Ich glaube schon, dass es was damit zu tun hat. Der beeinflusst das Publikum eben sehr.
SPIEGEL: Nachdem RTL bei der Abstimmung die falsche Telefonnummer ansagte und Ihnen dadurch möglicherweise Stimmen verloren gingen, haben Sie mit juristischen Schritten gedroht. Nur heiße Luft, um noch ein bisschen Aufmerksamkeit zu bekommen?

Eilfeld: Das kam alles nicht von mir. Ich habe nie mit einem Anwalt gesprochen, meine Eltern auch nicht. Die Boulevardzeitung hat da übertrieben.

SPIEGEL: Wie wichtig ist "Bild" für den Erfolg?

Eilfeld: Hab ich vorher nie gelesen. Da ist vieles überspitzt worden. Ich glaube seitdem nur noch das, was ich selber sehe und höre. Beim Boulevardklatsch und Tratsch geht es doch eh nicht mit rechten Dingen zu. Da werden Dinge geschrieben, die so gar nicht gemeint waren.

SPIEGEL: Wurden Sie sehr von den RTL-Showmachern beeinflusst?

Eilfeld: Die Wahrheit ist, dass man fertige Listen mit Songs bekommt, die angeblich zu einem passen. Hinterher sagt dann die Jury, "du hast dir aber einen blöden Song ausgesucht".

SPIEGEL: Bohlen nannte Sie mal "Bitch", mal "Everybody's Arschloch".

Eilfeld: Ich dachte mir bei den hämischen Angriffen immer: Ins linke Ohr rein, rechts raus. Aber seine unverschämten Beschimpfungen waren echt unglaublich. Er hat sich immer mehr reingesteigert. Ich habe mir dann selbst Mut gemacht: "Annemarie, du hast dich drauf eingelassen. Halt die Klappe, dann sing und setz' dich am Ende zurück auf die Couch." Nicht alles was gelaufen ist, habe ich so gewollt.

Das Interview führte Martin U. Müller

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