Durchsuchungen Tod von Anna Nicole Smith wird neu geprüft

Der Fall Anna Nicole Smith wird neu aufgerollt: Die Behörden in Kalifornien haben acht Durchsuchungsbefehle erlassen und prüfen noch einmal den Tod des Ex-Playmates. Im Visier: Smiths frühere Ärztin.


Los Angeles – Die Medizinerin soll ihrer 39-jährigen Patientin zahlreiche Medikamente verschrieben haben. Einer der acht Durchsuchungsbefehle soll auch sie erreichen, berichtet CNN. Smith war am 8. Februar in Florida gestorben.

Ein Gerichtsmediziner hatte nach der Obduktion des Leichnams bekannt gegeben, dass bei Smith neun verschiedene Medikamente im Blut gefunden wurden - darunter der Drogenersatzstoff Methadon, angstlindernde Medikamente, Antibiotika sowie weitere verschreibungspflichtige Mittel. Keine der Substanzen sei zu hoch dosiert gewesen, zusammen hätten sie jedoch eine tödliche Kombination gebildet.

Nach dem Obduktionsbericht schlossen die Behörden offiziell Mord oder Selbstmord aus. "Wir sind nach all unseren Untersuchungen überzeugt, dass es eine versehentliche Überdosis ohne kriminellen Hintergrund war", hatte Polizeichef Charlie Tiger mitgeteilt. Die Beamten hätten mehrere hundert Stunden Videoaufzeichnungen von Hotelkameras ausgewertet. Auch der Laptop von Smiths letztem Lebensgefährten Howard K. Stern sei auf Anhaltspunkte für den Tod der jungen Frau untersucht worden. "Wir haben nichts Ungewöhnliches gefunden", sagte der Polizeichef.

Das Model, in Deutschland durch eine freizügige H&M-Reklame bekannt geworden, litt zusätzlich kurz vor ihrem Tod an einer Infektion mit mehr als 40 Grad Fieber.

Wegen der Aussicht auf das Milliardenvermögen ihres gestorbenen Ehemannes Howard Marshall hatten sich um ihren Tod wilde Spekulationen gerankt. Um die Vaterschaft für ihre sechs Monate alte Tochter Dannielynn gab es einen erbitterten Streit zwischen mehreren Männern.

Smiths Mutter hatte einen übermäßigen Drogenkonsum für den Tod ihrer Tochter mitverantwortlich gemacht. Der Leibwächter des Models hatte erklärt, Smith habe kurz vor ihrem Tod "eine heftige Dosis" von Medikamenten zu sich genommen.

jjc/dpa



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