Möglicher Missbrauch Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dustin Hoffman

Sechs weitere Frauen werfen Dustin Hoffman vor, von ihm sexuell belästigt und missbraucht worden zu sein. Der Anwalt des US-Schauspielers weist die Anschuldigungen als "verleumderische Lügen" zurück.

Dustin Hoffman
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Oscar-Preisträger Dustin Hoffman wird mit weiteren Vorwürfen sexueller Übergriffe konfrontiert. Die US-Magazine "Variety" und "Hollywood Reporter" veröffentlichten die Aussagen von sechs Frauen, die den Schauspieler beschuldigen, sie sexuell belästigt oder misshandelt zu haben. Einige von ihnen seien damals minderjährig gewesen, hieß es, andere Anfang 20. Die Übergriffe sollen in den Siebziger- und Achtzigerjahren stattgefunden haben.

Die Frauen werfen dem heute 80-Jährigen unter anderem vor, er habe sie begrapscht, zu sexuellen Handlungen gedrängt, sich vor ihnen ausgezogen oder masturbiert. Einige der Frauen gaben sich in den Artikeln namentlich zu erkennen, darunter Cori Thomas, eine frühere Mitschülerin von Hoffmans Tochter.

Sie habe 1980 als 16-Jährige einen Sonntagnachmittag mit Hoffman und dessen Tochter verbracht. Danach habe sie in Hoffmans Hotelzimmer auf ihre Mutter gewartet, die sie abholen wollte. Plötzlich sei der Schauspieler im Badezimmer verschwunden und nackt zurückgekehrt, berichtete die heutige Schauspielerin und Dramaturgin.

Hoffman habe sie gebeten, seine Füße zu massieren. "Ich wusste nicht, dass ich Nein sagen konnte, also habe ich es getan", sagte sie. Durch einen Anruf ihrer Mutter, die unten im Hotel wartete, sei sie gerettet worden. Sie habe sich so gedemütigt gefühlt, dass sie nie darüber gesprochen habe.

Zwei andere Frauen warfen Hoffman vor, sie Mitte der Achtzigerjahre während der Dreharbeiten zum Film "Ishtar" sexuell misshandelt zu haben, indem er mit seinem Finger in ihre Scheide eindrang. Sie habe anschließend weinend im Badezimmer gesessen, berichtete eine der beiden, Melissa Kester. "Ich habe mich vergewaltigt gefühlt. Es gab keinerlei Vorwarnung."

"Ich war erstarrt"

Die andere Frau, deren Name nicht genannt wurde, war nach eigenen Angaben eine damals 22 Jahre alte Komparsin in dem Film. Hoffman habe sie nach einer Party nach Hause gefahren und plötzlich seinen Finger in ihre Scheide gesteckt. "Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Ich war erstarrt."

Hoffmans Anwalt Mark Neubauer sagte laut "Variety", bei den Angaben handle es sich um "verleumderische Lügen".

Anfang November hatte die US-Autorin Anna Graham Hunter in einer Gastkolumne im "Hollywood Reporter" Vorwürfe erhoben, der Schauspieler habe sie 1985 als 17-Jährige wiederholt belästigt. Sie habe damals am Set des TV-Films "Death of a Salesman" als Produktionsassistentin ein Praktikum gemacht. Ihren Beschreibungen zufolge habe Hoffman sie um eine Massage gebeten, an den Po gegriffen und mehrfach mit anzüglichen Bemerkungen bedrängt.

Hoffman reagierte damals mit einer Mitteilung auf die Vorwürfe: "Ich habe den größten Respekt vor Frauen." Er fühle sich schrecklich angesichts der Tatsache, dass Dinge, die er getan haben könnte, Hunter möglicherweise in eine unangenehme Lage gebracht haben. "Es tut mir leid. Das spiegelt nicht wider, wer ich bin."

Moderator John Oliver lieferte sich Anfang Dezember einen Schlagabtausch mit Hoffman, in dem es unter anderem um diesen Satz ging. "Was mich ärgert, ist der Ausdruck, das ist nicht, wer ich bin", sagte Oliver. "Denn es reflektiert, wer du warst."

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wit/dpa/AFP

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