East 17 Ex-Popstar randaliert vor Downing Street

Brian Harvey, Ex-Frontmann der Boyband East 17, hat am Amtssitz des britischen Premierministers eine eigentümliche Performance abgeliefert. Er verlangte David Cameron zu sprechen - und drohte mit einem Weihnachts-Hit.

Brian Harvey bei einem Auftritt mit East 17 im Jahr 1994: "Ein bisschen besorgniserregend"
REUTERS

Brian Harvey bei einem Auftritt mit East 17 im Jahr 1994: "Ein bisschen besorgniserregend"


London - Auch Popstars werden älter. Und manche werden sonderlich. Den Beweis trat der mittlerweile 40-jährige Brian Harvey, einst Frontmann der britischen Boygroup East 17, am Montag in London an: Vor dem Amtssitz des Premierministers hatten sich einige Occupy-Aktivisten versammelt, darunter der ergraute Sänger.

Einen Energydrink in der Hand, die weiße Mütze tief ins Gesicht gezogen, verlangte Harvey, David Cameron zu sprechen. Er müsse dringend mit dem Parteiführer der Konservativen über "seinen Fall" sprechen, soll er gesagt haben. In der Hand hielt der Sänger einen weißen Aktenordner. "Er schrie, in dem Ordner befänden sich Beweise dafür, wie viel Geld ihm die Regierung gestohlen habe", twitterte ein Augenzeuge. Dann habe Harvey noch gerufen: "Ihr werdet alle zu meinem Nummer-1-Hit an Weihnachten tanzen."

Ein Versprechen oder eine Drohung? Brian Harvey "stürmt die Downing Street" vermeldete der "Mirror", auch die anderen britischen Boulevardblätter berichteten über das "bizarre" Verhalten des Musikers. Der wurde - wenig überraschend nach seinem seltsamen Auftritt - allerdings nicht zum Prime Minister vorgelassen.

Keine Zeit für Popstars: Premierminister David Cameron in der Downing Street
AP/dpa

Keine Zeit für Popstars: Premierminister David Cameron in der Downing Street

Harvey hat es nicht so mit den Behörden. Im Jahr 2011 hatte er erklärt, Großbritannien sei ein Polizeistaat. 1997 sorgte er mit der Behauptung, es sei "cool" Drogen zu nehmen, für Furore. "Ecstasy kann dich zu einem besseren Menschen machen", sagte er damals. Ein PR-GAU, der seinen vorübergehenden Ausschluss aus der ohnehin zerstrittenen Band zur Folge hatte.

Harveys Leben nach der Bandauflösung war ein stetes Auf und Ab. So wurde er 2001 in Nottingham mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Er soll unter Depressionen gelitten und zwei Suizidversuche unternommen haben. 2005 musste er nach einem Autounfall ins Krankenhaus. Er soll sich selbst überfahren und sich dabei einen Arm gebrochen haben.

Einige Fans machen sich inzwischen ernsthaft Sorgen um den ehemaligen Popstar. Einer twitterte: "Ich hoffe, #BrianHarvey ist in Ordnung, sein heutiges Verhalten ist ein bisschen besorgniserregend."

ala



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.