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Edward Fitzalan-Howard Entzug für den Duke

aus DER SPIEGEL 40/2022
Foto: Annabel Moeller / The House of Lords

Er hat Stress, großen Stress: Edward Fitzalan-Howard, 65, Duke of Norfolk, muss seinen Führerschein für sechs Monate abgeben, wegen Überfahren einer roten Ampel – und eines Handys am Ohr. Hinter ihm liegen bereits sehr anstrengende Tage: In seiner Eigenschaft als Earl Marshal Ihrer Majestät musste er gerade die Beerdigung der Queen orga­nisieren. Er verantwortete den reibungslosen Ablauf der über Tage dauernden Zeremonie für Elizabeth II. Der 18. Herzog von Norfolk ist Oberhaupt einer der ältesten Herzoglinien Großbritanniens, das Erbamt des Earl Marshal ist mit diesem Titel verknüpft. Der ist nicht nur zuständig für Staatsbegräbnisse, sondern auch für die Parlamentseröffnungen – und für Krönungszeremonien. Womit wir beim nächsten Stressfaktor des Herzogs sind: der Krönung Charles’ III., die im kommenden Jahr stattfinden soll. Ohne Führerschein könne er seiner Aufgabe nicht gerecht werden, führte der Duke an und plädierte wegen »außergewöhnlicher Härte« auf die Aussetzung der Strafe. Nicht nur die Vorbereitung der Krönung erfordere Mobilität, auch seine Aufgaben auf seinen diversen Ländereien. Das Vermögen von Fitzalan-Howard wird auf 100 Millionen Pfund geschätzt. Sicherlich könne er einen Chauffeur enga­gieren, räumte er ein, aber es sei unmöglich, so viele Fahrer zu beschäftigen, dass er rund um die Uhr flexibel sei. Das Gericht lehnte sein Ansinnen ab: »Auch wenn wir sehen, dass dies Unannehmlichkeiten bedeutet, können wir keine außergewöhnliche Härte erkennen.«

ks
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