Ehe-Aus Ministerpräsident Oettinger und seine Frau trennen sich

Seit Monaten hatte es Gerüchte um eine bevorstehende Trennung gegeben: Jetzt ging Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger selbst an die Öffentlichkeit und verkündete das Ende seiner Beziehung zu Ehefrau Inken - nach 13 Jahren.


Hamburg - Lange schon war von einer Krise im Hause Oettinger gemunkelt worden. Der Umgang der Eheleute miteinander war merklich unterkühlt. Erst vergangene Woche hatte die 41 Jahre alte First Lady 170 Gäste beim Adventskaffee in Berlin allein feiern lassen und auf persönliches Erscheinen verzichtet. Günther Oettinger selbst bezeichnete seine Ehe mit der attraktiven blonden Modedesignerin unlängst als "wankelmütig".

Jetzt trat der CDU-Politiker die Flucht nach vorn an. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Nach eingehender Prüfung haben wir uns heute im Einvernehmen dazu entschieden, getrennte Wege in Freundschaft zu gehen." Die Verantwortung für ihren gemeinsamen Sohn Alexander wollten er und seine Frau gemeinsam wahrnehmen.

"Meine Frau war zunehmend unglücklich mit der Belastung, die durch Termine und Öffentlichkeit entstanden ist", sagte der 54-Jährige. "Uns fehlt schlicht die Zeit", hatte Inken Oettinger einmal bekannt. In der Tat scheint Oettingers Privatleben stark von den Regierungsgeschäften bestimmt zu sein. Der Fraktionschef der Grünen in Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat ihm vorgehalten, auf jedes "Heggebeerlesfeschdle" zu gehen, und dabei das Regieren zu vernachlässigen. Oettinger ist dafür bekannt, mit der Dienstkarosse von Termin zu Termin zu hetzen - und trotzdem häufig zu spät zu kommen.

Der Ministerpräsident betonte in der "Bild", er habe sich dennoch in den letzten Monaten viel Zeit für Gespräche genommen. "Wir haben die Bitte, dass die Öffentlichkeit unsere Privatsphäre akzeptiert", sagte der Ministerpräsident.

Zuletzt hatte Inken Oettinger zusehends unwillig an den offiziellen Terminen ihres Mannes teilgenommen. Bei der traditionellen Stallwächterparty der Baden-Württemberger in Berlin trottete sie offensichtlich lustlos hinter Oettinger und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) her. Spät in der Nacht soll sie Arm in Arm mit einem "Freund" die Veranstaltung verlassen haben.

Schon vorher hatte sich Inken Oettinger gern unkonventionell gezeigt: So erschien sie zu einer Motto-Party in Stuttgart im Fidel-Castro-Look.

"Ich bin in erster Linie Mutter meines Sohnes"

Die Stuttgarterin hatte sich in der Vergangenheit weitgehend aus dem politischen Tagesgeschäft ihres Gatten herausgehalten: "Morgens beim Kaffee bereden wir mehr die alltäglichen Fragen und halten Familienrat", sagte sie im vergangenen Jahr der "Bunten". "Ich bin in erster Linie Mutter meines Sohnes", betonte sie. Inken Oettinger ist seit Jahren in der Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte Baden-Württemberg aktiv.

Das Paar kennt sich dem Blatt zufolge seit 24 Jahren. Beide lernten sich in den achtziger Jahren auf einem Faschingsball der Jungen Union in Stuttgart kennen. 1998 wurde Sohn Alexander geboren. Oettinger ist der erste Regierungschef in der Geschichte Baden-Württembergs, der sich während der Amtszeit von seiner Frau trennt.

Ob dieser Schritt in der öffentlichen Meinung ähnlich reibungslos über die Bühne geht wie bei Oettingers CDU-Kollegen Christian Wulff in Niedersachsen im Sommer 2006, muss abgewartet werden. Im traditionell christlich geprägten Südwesten dürfte die Trennung auf Skepsis stoßen. "Baden-Württemberg ist nicht Niedersachsen", unkt ein höherer Politiker der Südwest-CDU. Oettinger war erst im April harsch kritisiert worden für seine Trauerrede für Ex-Regierungschef Hans Filbinger (CDU).

ala/dpa/ddp



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