Eheversprechen Jörg Kachelmann hat geheiratet

Durch die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Jörg Kachelmann erfuhr die Öffentlichkeit, dass der Moderator Dutzende Gespielinnen gleichzeitig hatte. Eine von ihnen hat der 52-Jährige nach Informationen von SPIEGEL ONLINE nun geheiratet.

Jörg Kachelmann (Archivbild): Ring an der linken Hand
DPA

Jörg Kachelmann (Archivbild): Ring an der linken Hand


Hamburg - Seit sich Jörg Kachelmann vor dem Landgericht Mannheim wegen Vergewaltigung verantworten muss, wird sein Äußeres bis ins kleinste Detail seziert. Sei es die Frisur, sei es sein Gewicht. So sorgte am Mittwoch auch ein neues Schmuckstück für Gerede: Kachelmann trug an der linken Hand einen goldenen Ring.

Der Vorsitzende Richter Michael Seidling fragte den Angeklagten, ob er sich dazu äußern wolle. Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn verneinte. Kachelmann hatte kürzlich über seinen Anwalt mitteilen lassen, dass er sich vor Gericht nicht mehr äußern werde - weder zum Tatvorwurf noch zu privaten Fragen.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE hat Kachelmann am vergangenen Wochenende geheiratet. Die Braut soll eine der Frauen sein, zu der der 52-Jährige seit Jahren eine Beziehung hat und die in der Schweiz lebt. Dort werden Eheringe traditionell links getragen.

Der dpa sagte der Medienanwalt des Moderators, Ralf Höcker: "Herr Kachelmann hat am vergangenen Wochenende nicht geheiratet." Zur Frage, ob Kachelmann zu einem anderen Zeitpunkt geheiratet habe, äußerte sich der Anwalt nicht.

Im Prozess gegen Kachelmann hat am Freitag das mutmaßliche Opfer erneut vor Gericht ausgesagt. Die 38-Jährige blieb bei ihren Vorwürfen, dass sie vergewaltigt und bedroht worden sei. Nach der zweistündigen Befragung unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde die Radiomoderatorin durch einen Hinterausgang aus dem Gebäude gebracht. Beobachtern zufolge sei sie verweint gewesen und habe gezittert.

Schwenn bezeichnete die Befragung als "außerordentlich aufschlussreich und ertragreich". Er wollte aber keine Details preisgeben. Die frühere Freundin Kachelmanns hatte bereits im Oktober 2010 insgesamt 20 Stunden lang im Zeugenstand ausgesagt.

Die Frau wirft Kachelmann vor, sie nach einem Streit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer falschen Anschuldigung.

Am Dienstag soll die Zeugenvernehmung einer anderen Ex-Freundin Kachelmanns abgeschlossen werden, die für ein Interview mit der Zeitschrift "Bunte" 50.000 Euro erhalten hat.

Am Donnerstag sollen die beiden Staatsanwälte befragt werden. Verteidiger Schwenn will klären, ob sie unzutreffende Protokollnotizen vorlegten oder das angebliche Vergewaltigungsopfer zu Aussagen ermunterten.



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