Geschlechtsangleichungen als »Kindesmissbrauch« bezeichnet Elliot Page entsetzt über Haltung zu Transgender-Kindern in Texas

Geht es nach dem texanischen Gouverneur, sollen geschlechtsangleichende Behandlungen bei transsexuellen Kindern als »Kindesmissbrauch« eingestuft werden. Schauspieler Elliot Page hat diese Aussagen nun scharf verurteilt.
Elliot Page: »Unmenschliche Erklärungen«

Elliot Page: »Unmenschliche Erklärungen«

Foto: ANGELA WEISS / AFP

Schauspieler Elliot Page ist entsetzt über die Aussagen des republikanischen Gouverneurs des US-Bundesstaats Texas, Greg Abbott. Dieser hatte die Behörden angewiesen, es als »Kindesmissbrauch« einzustufen und zu untersuchen, wenn Transgender-Kinder eine geschlechtsangleichende Behandlung erhalten.

Page hatte im Dezember 2020 bekannt gegeben, dass er transgender ist. »Ich liebe es, dass ich trans bin. Und ich liebe es, dass ich queer bin«, hatte er geschrieben. Der Schauspieler ist zudem eines der prominentesten Gesichter der LGBTQ-Community in Hollywood.

Zuerst hatte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton verkündet, dass Hormontherapien, Pubertätsblocker und andere Arten der geschlechtsangleichenden Gesundheitsfürsorge für transsexuelle Jugendliche Formen des Kindesmissbrauchs seien. Es bestehe kein Zweifel daran, dass diese Verfahren nach texanischem Recht »Missbrauch« seien und daher gestoppt werden müssten, sagte Paxton. Auf Twitter schrieb er, dass geschlechtsangleichende Verfahren für Kinder »ungeheuerlich und tragisch« seien.

Gouverneur Abbott wies darauf hin, dass medizinisches Personal in Texas Fälle von Kindesmissbrauch melden muss. Das geltende Recht sehe strafrechtliche Sanktionen vor, wenn solche Fälle nicht gemeldet würden.

»Ich bin entsetzt über die unmenschlichen und geradezu gefährlichen Erklärungen des texanischen Gouverneurs und Generalstaatsanwalts«, sagte Elliot Page in einer Erklärung gegenüber dem Magazin »Variety«.  

Trans-Jugendliche verdienten es, geschlechtergerecht betreut zu werden. Ihnen müsse die Möglichkeit gegeben werden, so zu leben, wie sie wollten, ohne Angst haben zu müssen. Der Kanadier wurde 2007 mit dem Film »Juno« bekannt.

Seit Jahren wird in den USA über Rechte für Trans-Menschen debattiert. Die Regierung von Donald Trump hatte noch kurz vor dessen Abwahl eine Regelung zurückgenommen, die Trans-Menschen vor Diskriminierung im Gesundheitswesen schützt. Das Gesundheitsministerium teilte damals mit, dass die Regierung zur Interpretation des Wortes »Geschlecht« als »männlich oder weiblich und wie von der Biologie bestimmt« zurückkehren werde. Der neue US-Präsident Joe Biden hatte das Vorhaben im Wahlkampf kritisiert.

kha
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