Elliot Page über Geschlechtsangleichung »Transphobie ist einfach so, so, so extrem«

Seit Elliot Page sich als transgender geoutet hat, erlebt er offenbar besonders viel Hass und Feindseligkeit. In einem persönlichen Artikel berichtet er von den Qualen des Erfolgs – und von »unbeschreiblichem« Glück.
»Es fühlt sich schlechter an, wenn ich mich nicht aktiv engagiere«: Elliot Page

»Es fühlt sich schlechter an, wenn ich mich nicht aktiv engagiere«: Elliot Page

Foto: Axelle/Bauer-Griffin / FilmMagic / Getty Images

Elliot Page ist eines der prominentesten Gesichter der LGBTQ-Community in Hollywood. Im Dezember 2020 hatte er bekannt gegeben, dass er transgender ist. Seither nutzt er seine Prominenz, um für Offenheit und Toleranz zu werben. Auf seinen sozialen Kanälen macht er anderen Menschen Mut, zu sich zu stehen. Immer wieder prangert der 35-Jährige auch Transphobie an.

Trotz des unvorstellbaren Hasses, der ihm immer noch entgegenschlage, konzentriere er sich aber auf die Freude, die er seither empfinde, schrieb Page in einem Gastbeitrag für »Esquire« .

»Ich weiß, dass ich für andere anders aussehe, aber für mich fange ich gerade an, wie ich selbst auszusehen«, so der »Umbrella Academy«-Star. Das ständige Gefühl, aus dem eigenen Körper fliehen zu wollen, die Angst und die Nervosität, die Scham und der Selbsthass, all das sei nun vorbei: »Es ist unbeschreiblich, denn ich denke: Da bin ich. Und Gott sei Dank. Hier bin ich.«

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In dem Titelbeitrag spricht Page zudem über die Kindheit als Ellen Page, über nie enden wollendes Mobbing – egal, wie häufig Page die Schule wechselte. »Wenn du täglich gehänselt, verspottet und beschimpft wirst, ist es unmöglich, dass nicht zu verinnerlichen – vor allem, wenn du dich ohnehin schon so sehr schämst«, schrieb der in Halifax und Toronto in Kanada aufgewachsene Page. »Diese Kinder haben einen ganzen Haufen Mist hinterlassen, den ich erst einmal verarbeiten und verlernen musste.«

Später sei es ihm vor allem dann schlecht gegangen, wenn er viel Aufmerksamkeit bekommen habe. Etwa, als er für die Darstellung der 16 Jahre alte Schülerin Juno im gleichnamigen Film gefeiert worden sei: »Ich kämpfte mit dem Essen. Hatte starke Depressionen, Angstzustände, schwere Panikattacken.«

Dabei habe der Film, dessen Stimmung und der ungewöhnliche Charakter der Juno nicht nur viele Mädchen im Teenageralter berührt, auch Page fand sich dort mit »meinem Queer-Sein und meinem Trans-Sein« aufgehoben. Doch dann habe der Erfolg, der »große, große kommerzielle Gewinn« all das überlagert und damit alles kaputt gemacht.

Die Reaktionen auf seine Geschlechtsangleichung seien unerwartet stark gewesen. Er habe zwar Hass und Grausamkeiten und Bösartigkeiten erwartet, schließlich habe er sich bereits 2014 als homosexuell geoutet. Diesmal sei es aber anders gewesen. »Die Transphobie ist einfach so, so, so extrem. Der Hass und die Grausamkeit sind so viel hartnäckiger«, so Page.

So schwer die Erinnerungen auch wirken: Page kommt auch in diesem Beitrag immer wieder zu dem Glück zurück, das er heute verspüre.

Über sein Engagement für die LGBTQ-Gemeinde sagt er: »Aktivismus fühlt sich für mich natürlich und organisch an. Es fühlt sich schlechter an, wenn ich mich nicht aktiv engagiere.« Er glaube nicht, dass dies aus einem Gefühl der Verpflichtung entstehe. Zwar sei es etwas, dass er, wie er findet, ob seiner Privilegien tun müsse, aber: »Ich hoffe, dass es aus einem Gefühl der Empathie geschieht.«

Anmerkung der Redaktion: In der Passage über die Reaktionen auf Elliot Pages Geschlechtsangleichung ist uns ein Übersetzungsfehler unterlaufen. Wir haben die Stelle korrigiert.

sak
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