Elvis-Villa in Dänemark Løve Me Tender

Rund 8000 Kilometer liegen zwischen dem Örtchen Randers und der Stadt Memphis im US-Bundesstaat Tennessee - doch Elvis-Presley-Fans kommen nun auch in der dänischen Provinz auf ihre Kosten. Für 3,6 Millionen Euro entstand dort eine Kopie von Graceland, der legendären Villa des "King".

DPA

Kopenhagen - Graceland heißt der sagenumwobene Wohnsitz von Elvis Presley - und er kann seit Freitag nicht nur in Memphis, sondern auch in der dänischen Kleinstadt Randers besichtigt werden. Zur Eröffnung der weltweit ersten Graceland-Kopie am Freitag hatten sich unter anderem die Altrockerin Suzi Quatro, Dänemarks Finanzminister Claus Hjort Fredriksen und etliche Elvis-Fans in chromblitzenden Cadillacs angesagt.

"Dies ist eine Liebeserklärung an Elvis und ein Monument für diese Persönlichkeit", begründet Henrik Knudsen sein bizarres Bauprojekt in einem unscheinbaren Industrieviertel. 26 Millionen Kronen (3,6 Millionen Euro) hat der 47-Jährige dafür aufgebracht - und juristische Drohungen und Geldforderungen der Graceland-Betreiber in Memphis ignoriert.

Hinter dem Liebhaber-Projekt steckt ein ausgeklügeltes Geschäftskonzept. Im Souterrain erwartet Besucher ein Elvis-Museum mit rund 6000 Exponaten, darunter Stiefel, Briefe und Gitarren des 1977 in Memphis verstorbenen Sänger. Knudsen hat fleißig Elvis-Erinnerungsstücke zusammengekauft oder geschenkt bekommen, unter anderem einen Bass, der beim Einspielen von "Suspicious Minds" zum Einsatz kam - Knudsens erklärtem Lieblingssong des Künstlers.

Doch mit Anschauen allein ist es nicht getan. Im Erdgeschoss des Prachtbaus befindet sich das Restaurant "Highway 51 Diner" im Stil der Südstaaten samt unvermeidlichem Souvenirshop: "Wir haben die größte Sammlung von Elvis-Presley-CDs in ganz Europa."

Den ersten Stock füllt ein Saal für Festlichkeiten und Zusammenkünfte aller Art. Knudsen hofft auf verschiedene Anlässe von der Produktpräsentation unter Elvis-Bildern bis zur Konfirmation. Im Keller schließlich erinnert einiges an den berühmten "Jungle Room", das Lieblingszimmer des Sängers.

Nun sollen die Touristen in die dänische Provinz strömen. Bauherr Knudsen hofft auf 50.000 zahlende Gäste pro Jahr. In das echte Graceland kommen knapp zehnmal so viele Menschen.

jok/dpa



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