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27. Oktober 2018, 15:03 Uhr

"Game of Thrones"-Star Emilia Clarke

Vom Roboter zur Drachenmutter

Bevor Emilia Clarke die Rolle der "Drachenmutter" in "Game of Thrones" bekam, musste sie extra noch einmal in Los Angeles antanzen. Dabei überzeugte sie Entscheider offenbar mit einer ganz speziellen Einlage.

"Game of Thrones" hat Emilia Clarke zum Star gemacht; die Schauspielerin hat für ihre Darstellung der Daenerys Targaryen viele Auszeichnungen bekommen. Dass sie die Rolle der Drachenmutter spielen durfte, hat sie offenbar auch ihren Tanzkünsten zu verdanken.

Das verrieten die "Game of Thrones"-Drehbuchautoren D.B. Weiss und David Benioff bei der Verleihung der Britannia Awards, als sie Clarke den Preis als "Britische Künstlerin des Jahres" überreichten. Seit den ersten Dreharbeiten 2010 bis zur letzten Szene habe Clarke die britische Filmbranche hervorragend vertreten, sagte Benioff.

Dass es dazu kam, verdankt Clarke offenbar auch ihrem Auftritt bei einem Vorsprechen in Los Angeles. Eine Pilotfolge der Serie sei schon produziert gewesen, aber der Sender HBO habe noch einen Termin mit Clarke angesetzt. Er habe in einem Kino stattgefunden - groß, schlecht beleuchtet und fast menschenleer. Außer Weiss, Benioff, einem HBO-Verantwortlichen und Clarke sei niemand dort gewesen. "Gut möglich, dass es die am wenigsten einladende Umgebung für ein Vorsprechen war, die wir je erlebt hatten", sagte Weiss.

Auch nach Clarkes Auftritt habe der HBO-Verantwortliche keine Miene verzogen. Clarke habe gefragt, ob sie etwas tun könne, um die Stimmung zu lockern. Ob sie tanzen könne, habe Benioff wissen wollen. Da habe Clarke ohne zu zögern den "Roboter" getanzt, sagte Weiss. "Sie hat es mit Hingabe und gut gemacht." Selbst der HBO-Entscheider habe grinsen müssen.

Der Einsatz lohnte sich für Clarke. Keine zehn Sekunden nachdem sie den Raum verlassen hatte, habe man entschieden, dass sie die Rolle bekomme, sagte Weiss. Benioff und er seien Clarke hinterhergerannt, um ihr die Entscheidung mitzuteilen. "Sie ohne dieses Wissen elf Stunden nach Hause fliegen zu lassen, erschien uns als grausame und unangemessene Bestrafung."

Clarke bedankte sich aber bei Weiss und Benioff. Sie hätten einen Preis für Mut verdient, sagte sie. Immerhin hätten sie jemanden für die Serie engagiert, "dessen größter Job es bis dahin gewesen war, bei Partys als Schneeweißchen verkleidet zu kellnern".

Bei "Game of Thrones" ist Clarke seit der ersten Staffel dabei. Die Serie neigt sich nun nach acht Staffeln dem Ende zu (was bislang bekannt ist, lesen Sie hier). Das brachte allerlei sentimental angehauchte Abschiedsworte von Beteiligten mit sich, etwa von Maisie Williams, aber auch von Clarke selbst. Sie ließ sich drei kleine Drachen auf den Unterarm tätowieren und schrieb, sie sei nun Drachenmutter auf Lebenszeit.

ulz

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