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05. Oktober 2015, 10:53 Uhr

Doppelte Staatsbürgerschaft

Emily Blunts Steuer-Stunt

Neu-Amerikanerin Emily Blunt strapaziert die Nerven ihrer Mitbürger. Nachdem sie erst über die Republikaner lästerte, gab sie nun den wahren Anlass für ihre doppelte Staatsbürgerschaft bekannt.

Britischer Humor ist nicht für jeden. Das musste wiederholt auch Schauspielerin Emily Blunt feststellen. Die 32-Jährige stammt aus Großbritannien, in ihrer Heimat wurde ihr bereits die absolute Ehre zuteil: sie durfte ein Mitglied des Königshauses spielen. Doch seit August hat Blunt neben der britischen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft - und kommt bei ihren neuen Mitbürgern nicht immer gut an.

Kurze Zeit später erklärte sie am Rande eines Filmfests scherzhaft, sie bereue den Schritt, nachdem sie die Präsidentschaftsdebatte der Republikaner im TV gesehen habe. Die Empörung war groß, am größten wohl beim konservativen Sender Fox News, der gleich zur Kampagne gegen Blunt ansetzte.

Die Schauspielerin entschuldigte sich, wenn auch recht halbherzig. Jetzt erklärte Blunt in einem Interview die Hintergründe ihrer Entscheidung - und dürfte dabei nicht gerade die aufgebrachten Gemüter beschwichtigen. Sie habe das "vor allem aus Steuergründen gemacht", sagte sie der "Sunday Times".

Sie habe die Queen nicht ganz aufgeben wollen, sagte Blunt in dem Gespräch. Es sei auch durchaus traurig gewesen, in ein Land eingeschworen zu werden, das nicht das ihre ist. "Es war bittersüß." Zur neuen Staatsbürgerschaft erklärte sie außerdem: "Du musst alles über die Verfassung lernen. Du darfst kein Gewohnheitstrinker oder Mitglied einer Guerillaorganisation sein und man darf keine Prostituierte sein, was eine Schande ist."

Blunt war 2009 nach Kalifornien gezogen, kurz nachdem sie ihren jetzigen Ehemann John Krasinski kennenlernte. Das Paar hat eine Tochter. Seit ihrem Umzug hat die Karriere von Blunt merklich angezogen.

Nach einigen erfolgreichen Hollywood-Produktionen ist sie aktuell in "Sicario" zu sehen (eine Rezension finden Sie am Ende des Texts). Allerdings hätte sie die Rolle fast an einen männlichen Kollegen verloren, wie sie der "Times" sagte. Ein Studio habe den Verantwortlichen gesagt, "wenn sie den Film zu einer männlichen Hauptrolle umschreiben, geben wir ihnen ein größeres Budget". Es gebe in Hollywood eben immer noch den Mythos, dass weibliche Hauptrollen weniger Geld einspielten, so Blunt. "Obwohl wir oft genug bewiesen haben, dass wir Geld einbringen."

gam

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