Entgleisung Der "O. J. Simpson"-Moment des Hulk Hogan

Für Wrestling-Fans ist Hulk Hogan ein Held. Doch was der 55-Jährige jetzt in einem Interview äußerte, war kaum rühmlich - und sorgte für einen Eklat. Hogan sprach über seine Gelüste, seine Frau ermorden zu wollen - "wie O. J. Simpson".


Los Angeles - Hulk Hogan und seine Frau Linda trennten sich im November 2007 nach 24 Jahren Ehe, im Scheidungsverfahren bezichtigten sich beide gegenseitig der Untreue, Hogan warf seiner Frau zudem Habgier vor.

In einem Artikel des Magazins "Rolling Stone" lässt Hogan diese Phase seines Lebens Revue passieren - mit verheerenden Assoziationen. Das berichtet der US-Sender NBC.

Hogan, dessen bürgerlicher Name Terry Bollea lautet, räumt ein, während der Scheidung Mordphantasien gehabt zu haben und versucht gewesen zu sein, seine Frau zu attackieren, "wie O. J.".

Der frühere Footballspieler O. J. Simpson war 1993 angeklagt, seine Ex-Frau Nicole Brown und deren Freund brutal ermordet zu haben, wurde in einem spektakulären Prozess jedoch freigesprochen. Die Zweifel an seiner Unschuld vermochte er jedoch nie vollends auszuräumen.

Hogan sagte dem "Rolling Stone" nun, er sei wütend gewesen, dass seine Frau Linda ein Verhältnis gehabt habe "mit einem Jungchen, das 30 Jahre jünger war als sie. Ich hätte meine Villa auch am liebsten zu einem Tatort gemacht, und wie O. J. allen die Kehle durchgeschnitten."

Er sei verbittert gewesen, so Hogan: "Du lebst eine halbe Meile von deinem Anwesen entfernt, wo du nicht mehr wohnen darfst, du fährst durch den Ort und siehst einen 19-Jährigen am Steuer deines SUV, du weißt, dass ein 19-Jähriger in deinem Bett schläft, mit deiner Frau. Ich kann O. J. sehr gut verstehen."

Ein Sprecher des Ex-Wrestlers sah sich nun genötigt, eine Richtigstellung zu veröffentlichen: "Diese Bemerkungen bedeuten nicht, dass Hulk den Fall O. J. rechtfertigt. Er hat in einer Unterhaltung lediglich über seinen eigenen Frust gesprochen."

Linda Hogans Sprecher bewertet den Fall gänzlich anders: "Wir nehmen diese Kommentare ernst. Wir haben immer betont, dass die Angst, mit der Linda leben musste, ihre Ursache in dem irrationalen und unberechenbaren Verhalten hat, das man oft mit Profi-Wrestlern in Verbindung bringt."

pad



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