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Huren-Skandal um Franck Ribéry: Volljährig oder nicht volljährig?

Foto: BERTRAND GUAY/ AFP

Ermittlungen in Rotlichtaffäre Französische Justiz knöpft sich Ribéry vor

Die Sex-Affäre um Franck Ribéry wächst sich aus. Die französische Justiz hat jetzt Ermittlungen wegen Kontakts zu einer 17-jährigen Prostituierten eingeleitet. Der Bayern-Star beteuert, er habe ihr Alter nicht gekannt - seine Anwältin giftet, das einzig Neue in dem Fall sei, "dass die WM vorbei ist".

München/Paris - Für den französischen Fußballstar Franck Ribéry wird die Rotlicht-Affäre brenzliger. Die französische Justiz leitete am Dienstag ein Ermittlungsverfahren gegen den Mittelfeldspieler des FC Bayern ein - wegen Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten. Auf das Vergehen stehen im Höchstfall drei Jahre Haft und 45.000 Euro Geldstrafe, wenn die Anklage nachweisen kann, dass die Minderjährigkeit bekannt war.

Ribéry erschien mit versteinertem Gesicht im Hauptquartier der Sittenpolizei von Paris auf der Ile de la Cité. Der 27-Jährige kam dort in Polizeigewahrsam , was in Frankreich allerdings nichts Ungewöhnliches ist und bei Vernehmungen oft verhängt wird. Mehr als sechs Stunden lang wurde er befragt und anschließend im nahe gelegenen Justizpalast einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Nach der Gerichtsanhörung wurden die offiziellen Ermittlungen eingeleitet - auch gegen seinen Schwager und seinen Nationalmannschaftskollegen Karim Benzema, die mit befragt wurden. Sie kamen anschließend wieder auf freien Fuß. Noch ist offen, ob es zu einer Anklage kommt.

Die französischen Behörden ermitteln in einem größeren Verfahren gegen einen Nachtclub in der Nähe der Champs-Elysées in Paris. Dieser soll betuchten Kunden Zugang zu minderjährigen Prostituierten verschafft haben. Eine junge Frau, Zahia D., heute 18, hat ausgesagt, Geschlechtsverkehr mit Ribéry und Benzema gehabt zu haben, als sie erst 17 war. Die Spieler hätten aber von ihrer Minderjährigkeit nichts gewusst - so verteidigt sich auch Ribéry selbst.

Anwältin: Neu ist nur, dass Frankreich die WM verloren hat

"Die Frau hat ihnen gesagt, dass sie alt genug sei, und war auch entsprechend gestylt", sagte seine Anwältin Sophie Bottai. Ribéry, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, habe bei seinen schon lange eingestandenen Kontakten zu der Prostituierten keine Ahnung gehabt, dass sie unter 18 war. Das Verfahren spiegele nur die Enttäuschung der Franzosen über den desaströsen Auftritt der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika wider, sagte die Anwältin: "Es gibt keine Beweise. Seit seiner vorherigen Befragung (im April, d. Red.) hat sich nichts Neues ergeben. Das einzig Neue seitdem ist nur, dass die WM vorbei ist und die Franzosen schlimm gespielt haben."

Beim deutschen Rekordmeister FC Bayern ging man im Trainingslager am Gardasee zunächst nicht davon aus, dass es sich um "einen großartigen Termin" handelte: Das sei ein Termin, den Ribéry habe wahrnehmen müssen, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Man sei darüber informiert gewesen, alles sei in diesem Fall abgesprochen gewesen.

Am Sonntag wird Ribéry beim FC Bayern in München zum Training erwartet. Er erholt sich seit knapp drei Wochen von einer Operation an der Leiste. Um in Form zu kommen, hat er nach Angaben des Vereins einen Physiotherapeuten des Klubs in seinen 14-tägigen Urlaub mitgenommen. Bis Sonntag dahin werden die Münchner ihr Trainingslager am Gardasee schon abgeschlossen haben. Ribéry hatte noch am Ende der vergangenen Saison seinen Vertrag beim FC Bayern vorzeitig bis 2015 verlängert.

fro/sid/AFP/dpa/AP
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