Ermittlungen Polizeichef hält Ermordung Jacksons für möglich

Woran starb Michael Jackson? Noch immer ist die Ursache für den plötzlichen Tod des "King of Pop"unklar. Der Polizeichef von Los Angeles, William Bratton, schließt nicht aus, dass der Sänger ermordet worden ist. Im Visier der Ermittler: die Ärzte Jacksons.


Los Angeles - War es eine versehentliche Überdosis Medikamente oder ist der "King of Pop" gar einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen? In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN hat der Polizeichef von Los Angeles, William Bratton, über die Ermittlungen zum Tod Jacksons gesprochen - und auch eine Ermordung des Sängers in Betracht gezogen.

"Wir warten noch immer auf die Ergebnisse der Autopsie", sagte Bratton CNN. Danach würde in Absprache mit den Gerichtsmedizinern entschieden, ob es sich um einen Kriminalfall handelt. Derzeit liefen "sehr weitreichende Untersuchungen". Die Ermittler hätten Jacksons Medikamenteneinnahme und die zahlreichen Ärzte des Sängers ins Visier genommen.

"Erst wenn die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen vorliegen, können wir entscheiden, womit wir es zu tun haben: Mit Mord oder einer versehentlichen Überdosis", sagte der Polizeichef.

Überprüfung sämtlicher Krankenakten

Dem Interview zufolge haben die Ermittler zahlreiche Ärzte Jacksons befragt. Laut CNN wurden die Mediziner vorgeladen, sofern sie nicht von sich aus mit der Polizei kooperierten.

"Dank eines Durchsuchungsbefehls konnten wir unmittelbar nach dem Tod zahlreiche Gegenstände aus dem Hause Jacksons sicherstellen, die uns jetzt bei den Ermittlungen sehr helfen", erklärte Bratton.

Zum Tod von Michael Jackson
Sony BMG/Reuters

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Weitere Details nannte er nicht. "Unsere Ermittler machen sehr gute Arbeit. Sie sind auf alles vorbereitet - egal, was bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung herauskommt."

CNN zufolge kann es noch zwei Wochen dauern, bis die toxikologischen Untersuchungen der offiziellen Obduktion bekannt werden. Auch eine unabhängige Autopsie, die von Jacksons Familie in Auftrag gegeben wurde, brachte noch kein Resultat. Der Sänger war am 25. Juni mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben.

Nach Informationen der "Los Angeles Times" hat die Gerichtsmedizin in Los Angeles sämtliche Krankenakten des Sängers von seinen Ärzten angefordert. Demnach sollen alle verfügbaren Dokumente geprüft werden - unter anderem Röntgenaufnahmen und psychiatrische Aufzeichnungen.

Trauerfeier in Gary

Der Anwalt von Jacksons Hautarzt Arnold Klein sagte, sein Mandant habe die angeforderten Unterlagen bereits übergeben. Es handle sich um eine Standard-Anfrage. Laut "Los Angeles Times" wollen die Ermittler vor allem klären, wie Jackson ohne Rezept an die verschreibungspflichtigen Medikamente kam. Eine zentrale Frage ist, welcher seiner Ärzte dem Sänger das starke Beruhigungsmittel Diprivan verschaffte, das als Betäubungsmittel bei Operationen benutzt wird.

Bislang ist auf Jacksons Totenschein keine Todesursache verzeichnet.

In Michael Jacksons Heimatort Gary im US-Staat Indiana ist an diesem Freitag eine Gedenkfeier geplant. Daran werde auch Jacksons Vater Joe teilnehmen, kündigte Bürgermeister Rudy Clay am Donnerstag an. Außerdem würden die Bürgerrechtler Al Sharpton und Jesse Jackson erwartet.

Die Veranstaltung findet in einem Baseball-Stadion in der Nähe des Hauses statt, in dem Michael Jackson seine Kindheit verbrachte.

Nach der Veröffentlichung des ersten Albums der Jackson Five 1969 zog die Familie nach Kalifornien. Seit Michael Jacksons Tod am 25. Juni pilgerten zahlreiche seiner Fans nach Gary, das 50 Kilometer südöstlich von Chicago liegt.

han/AP/dpa/AFP

insgesamt 870 Beiträge
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freewheeling 08.07.2009
1. bad, bad news again ...
Ich habe soeben eine streng vertrauliche Mail erhalten die besagt, dass unser MJ nun zu den "Nicht-Toten" gehoert, auch genannt "Zombies". Was das bedeutet muss allen klar sein! Mein Gott, das Video von Heino als Zombie kommt mir in den Sinn, wenn das noch einer kennt, als ploetzlich dutzende Heino-Zombies mit Klampfe im Gleichschritt ueber den Friedhof marschierten. Was kann man bloss tun um das Unheil fuer die Menschheit abzuwenden??? Ich liebe euch alle!!!!
TommIT, 08.07.2009
2.
Zitat von sysopDer "King Of Pop" ist tot - Millionen trauern um ihn. Was wird von Michael Jackson in Erinnerung bleiben?
Der King of Pop ist tot - und in 100 Jahren noch nicht einmal das Es lebe die Lizensrechte, die Erbschaft und die vom Saulus zum Paulus genesene Mama. Die VIEEELLEN Freunde die wie Kakerlaken aus der Ritze kommen. Das erinnert mich irgendweie an die Vögel mit längerem Hals und Platte. Es ist rührend dass man mehr Freunde hat wenn man tot ist, als man lebend hatte.
SwissMatthias72 08.07.2009
3. Mythos
Von Michael Jackson wird ein Mythos übrig bleiben. Die Erinnerung an einen Menschen, der nie eine Kindheit hatte, der zu schnell ins Showbusiness gestossen wurde; der eigentlich ein einsamer Mensch war, der nur geliebt werden wollte. Er wird den gleichen Platz einnehmen wie Elvis Presley; man wird noch in den nächsten Generationen noch von ihm reden. Und vor allem wird seine Musik die Generationen überdauern.
wowiku, 08.07.2009
4.
Zitat von sysopDer "King Of Pop" ist tot - Millionen trauern um ihn. Was wird von Michael Jackson in Erinnerung bleiben?
Hoffentlich nichts. Gibt es nicht wichtigere Themen als diesen Mann ?
ReinerG, 08.07.2009
5.
Außer dem Trara um seinen Tod wohl nichts.
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