Streit über Schloss Marienburg "Das Geld ist weg" - Sohn widerspricht Ernst August Prinz von Hannover

Im Familienzwist über den Verkauf von Schloss Marienburg bei Hannover geht es weiter. Nun wirft Ernst August junior seinem Vater vor, unverantwortlich mit dem Geld der Familie umgegangen zu sein.

Schloss Marienburg in Pattensen bei Hannover
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Schloss Marienburg in Pattensen bei Hannover


Ernst August Prinz von Hannover junior kann zur Sanierung des Schlosses Marienburg eigenen Angaben zufolge nicht genügend eigene Geldreserven einsetzen. "Ich wäre froh und stolz, wenn ich das Schloss allein erhalten könnte. Aber ich kann es einfach nicht", sagt er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ).

Der 35-Jährige möchte das Anwesen für einen symbolischen Preis von einem Euro an das Land Niedersachsen verkaufen. Sein Vater Ernst August Prinz von Hannover hatte nach SPIEGEL-Informationen zuvor massive Kritik an dem zwischen dem Land Niedersachsen und seinem Sohn vereinbarten Verkauf von Schoss Marienburg geäußert.

Er habe "keinerlei Verständnis" dafür, "dem Steuerzahler auf Dauer die Last der Erhaltung aufzubürden", heißt es in dem Schreiben vom 3. Dezember. Den Erben des Schlosses habe er "auskömmlich versorgt", um den Erhalt zu finanzieren. Sein Sohn sei, "wie alle Generationen vor ihm", durchaus in der Lage, die Kosten für den Erhalt des Schlosses zu tragen.

44 Millionen Euro weg

Dem tritt der Sohn nun entschieden entgegen. Die Öffentlichkeit mache sich völlig falsche Vorstellungen vom Reichtum seiner Familie, die zu den ältesten europäischen Adelshäusern zählt. "Es ist ... ein Mythos, dass das Welfenhaus unermesslich reich sei", sagte der in London aufgewachsene Banker.

Im "HAZ"-Interview äußerte sich der Junior auch zum Verbleib der 44 Millionen Euro, die er 2005 bei einem Kunstverkauf auf dem Schloss eingenommen hatte und die zu guten Teilen zur Sanierung des Gebäudes vorgesehen waren: "Das Geld ist weg."

Aus seiner Sicht ist sein Vater unverantwortlich mit dem Geld der Familie umgegangen. "Ein Großteil des Nettoerlöses wurde für Verbindlichkeiten verwendet, die sich in den Jahren aufgestaut hatten, bevor ich die Verantwortung übernommen hatte. Die in erheblichem Maß aufgelaufenen Schulden meines Vaters mussten getilgt und Umfinanzierungen vorgenommen werden", sagte er der Zeitung.

Bis Vater und Sohn ihren Zwist beigelegt haben, hat das Land vorerst Abstand von dem Kauf genommen.

sth/dpa

insgesamt 53 Beiträge
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MisterD 31.01.2019
1. Was soll das überhaupt?
Das Schloss ist ein Retro-Stil-Bau aus dem 19. Jahrhundert. Damals wurde so gebaut, wie man sich das Mittelalter vorstellte. Märchenhaft, prunkvoll, usw. Das Schloss hat keinerlei historischen Wert, insofern sollte man es verkommen lassen. So haben kommende Generationen immerhin noch Spaß an den Ruinen... keinen Cent sollte man für diesen Scheiss in die Hand nehmen, solange unsere SCHULEN und KITAs nicht auch so prunkvoll aussehen...
lathea 31.01.2019
2. Wenn diese Familie sonst....
.....keine Probleme hat. Da kann man nur noch den Kopf schütteln. Deutschland sollte es vielleicht mal wie Österreich machen: alle Adelstitel abschaffen. Dann würde sich vielleicht niemand mehr dafür interessieren, was ein Ernst Hannover für Streit mit seinem Sohn hat - und die Boulevardpresse ein paar Zeitschriften zur Volksverdummung weniger auf dem Markt. Schlösser sind unser Kulturgüter und der Erhalt sollte vom Steuerzahler finanziert werden. Jedoch sollte dann Ernst August auch eine angemessene Miete zahlen oder aus dem Schloss schnellstmöglich ausziehen und sich eine andere Bleibe suchen.
deenoodle 31.01.2019
3. Kommt jetzt zu jedem Beitrag über das Schloss...
dieser Kommentar, dass es im 19. JH gebaut wurde und dem Mittelalter nachempfunden ist?!
interessierter10 31.01.2019
4. @1 Menschen benötigen
nunmal Herren oder Könige bzw. deren Schlösser, um den Götzen huldigen zu können. Das liegt tief in einer Bevölkerung verankert. Umso mehr, desto obrigkeitshöriger sie entwickelt ist. Lieber lässt sie die Verarmten verhungern. Das erste, was die Dresdner beispielsweise nach dem 2. Weltkrieg wieder aufbauten, war nicht eine Schule oder eine Kita sondern der Zwinger, das absolute Symbol royaler Dekadenz.
kaiser.koenig 31.01.2019
5.
Niedersachsen sollte das Schloß nur übernehmen und sanieren, wenn es einem öffentlichem Nutzen (Kurheim, Lanschulheim, Jugendherberge, Senioren-/Pflegeheim o.ä.), so wie die DDR dies in den 50er Jahren gemacht hat.
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