Verkauf von Schloss Marienburg "Keinerlei Verständnis" - Ernst August Prinz von Hannover kritisiert seinen Sohn

Für einen Euro will Ernst August Erbprinz von Hannover Schloss Marienburg an eine niedersächsische Stiftung verkaufen. Sein Vater kritisiert dies nach SPIEGEL-Informationen scharf - und gibt sich als Anwalt der Steuerzahler.
Schloss Marienburg (Foto aus dem Januar 2017)

Schloss Marienburg (Foto aus dem Januar 2017)

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

In einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil übte Ernst August Prinz von Hannover massive Kritik an dem zwischen dem Land Niedersachsen und seinem Sohn vereinbarten Verkauf von Schoss Marienburg für einen symbolischen Preis von einem Euro. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe, dem das Schreiben und weitere Briefe vorliegen. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+ .)

Er habe "keinerlei Verständnis" dafür, "dem Steuerzahler auf Dauer die Last der Erhaltung aufzubürden", heißt es in dem Schreiben vom 3. Dezember. Den Erben des Schlosses, Ernst August Erbprinz von Hannover, habe er "auskömmlich versorgt", um den Erhalt zu finanzieren. Sein Sohn sei, "wie alle Generationen vor ihm", durchaus in der Lage, die Kosten für den Erhalt des Schlosses zu tragen.

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Wie der SPIEGEL weiter berichtet, hatte der 35-jährige Sohn den Vater am 29. November über die Einzelheiten des geplanten Schlossverkaufs informiert. In dem fünfseitigen Schreiben berichtete Ernst August junior von hohen Schulden, die die Betreibergesellschaft EAC GmbH unter der Regie der Welfen angehäuft habe. Es gebe eine Bankfinanzierung in Höhe von 500.000 Euro. Außerdem gehe es um "Verlustfinanzierungen" und "Beratungsaufwendungen" für das Projekt Marienburg. Insgesamt habe die EAC seit 2011 etwa zwei Millionen Euro Verluste gemacht.

Ernst August Erbprinz von Hannover (Foto von 2014)

Ernst August Erbprinz von Hannover (Foto von 2014)

Foto: Peter Steffen/ dpa

Seit dem Steuerjahr 2014 gehe die Finanzverwaltung nicht mehr von einer "Gewinnerzielungsabsicht" aus. Die EAC GmbH solle abgewickelt werden. Mit dem Land Niedersachsen hat Ernst August junior demnach den Verkauf von 100 Kunst- und Kulturobjekten unter anderem an die Stiftung Niedersachsen und die Niedersächsische Sparkassenstiftung vereinbart - dies soll die Verluste des Erbprinzen ausgleichen. Wenn dabei nicht genügend Geld zusammenkommt, so die Zusatzvereinbarung zum Schlossverkauf, soll Ernst August junior einen Teil der Pachteinnahmen vom künftigen Burgbetreiber erhalten.

Ernst August Prinz von Hannover (Foto von 2018)

Ernst August Prinz von Hannover (Foto von 2018)

Foto: Leonardo Fernandez/ Getty Images

Der zwischen der Landesregierung und Ernst August junior ausgehandelte Verkauf der Immobilie an eine niedersächsische Stiftung ist politisch hoch umstritten. Denn das im 19. Jahrhundert im Stil einer neugotischen Burg erbaute Schloss Marienburg ist baufällig. Es soll für insgesamt 27 Millionen Euro mit Mitteln des Bundes und des Landes Niedersachsen saniert werden.

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