Ex-Fußballstar Maradona lässt sich in Psychiatrie einweisen

Das Leben von Diego Maradona ist ein Leben in Kliniken. Argentiniens früherer Fußball-Held hat sich wieder in eine Psychiatrie einweisen lassen, um seine Sucht in den Griff zu bekommen. Es ist nicht das einzige Problem, dass der Ex-Sportler mit ärztlicher Hilfe in den Griff zu bekommen hofft.


Buenos Aires - Der ehemalige argentinische Fußballstar Diego Maradona ist in der Hauptstadt Buenos Aires in eine psychiatrische Klinik verlegt worden. Der 46-Jährige sei körperlich wieder soweit hergestellt gewesen, dass er aus dem allgemeinen Krankenhaus, in dem er acht Tage wegen der Folgen von Alkoholmissbrauchs behandelt worden war, entlassen werden konnte, teilte die Klinik Los Arcos mit.

Ex-Spitzensportler Maradona: Erstmals Regeln einer Klinik gelesen und unterzeichnet
REUTERS

Ex-Spitzensportler Maradona: Erstmals Regeln einer Klinik gelesen und unterzeichnet

Von dort wurde der frühere Fußballstar nach Angaben seines Leibarztes Alfredo Cahe ausdrücklich auf eigenen Wunsch in die psychiatrische Klinik Avril gebracht, wo er seine Alkoholabhängigkeit bekämpfen wolle. "Diego wird immer bewusster, wie schlimm seine Lage ist", hatte Cahe erst vergangene Woche gesagt.

"Das Wichtigste ist, dass Diego zum ersten Mal die Regeln so einer Klinik gelesen und unterzeichnet hat und sich auf sie einlässt" sagte Cahe. Die Klinik Avril kündigte an, sie werde keine täglichen Berichte über den Zustand Maradonas an die Öffentlichkeit geben. Jetzt sei es erst einmal wichtig, dass Maradona ungestört sei. Cahe erklärte, er glaube, dass das Personal dieser Klinik "perfekt auf Maradonas Bedürfnisse eingehen kann".

Maradona, Weltmeister von 1986, hatte sich nach Angaben seiner Ärzte wegen exzessiven Trinkens einen Leberschaden zugezogen. Sein früherer Manager Guillermo Coppola hatte erklärt, Maradona sei "außer Kontrolle". Der 46-Jährige höre "auf niemanden" und sei eine "getriebene Persönlichkeit" ohne jedes Augenmaß.

Maradona hat sich bereits mehrfach in Drogen-Entzugskliniken in Argentinien und auf Kuba begeben. 2004 hatte er eine Entziehungskur gemacht; damals hatte der Jahrhundertfußballer auch Probleme mit harten Drogen wie Kokain gehabt. Außerdem suchte er mehrmals ärztliche Hilfe, um sein Übergewicht in den Griff zu bekommen. 2006 unterzog er sich einer Operation zur Magenverkleinerung, um sein chronisches Übergewicht abzubauen.

kaz/dpa/Reuters/sid



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