Falsche Lockenmähne Andre Agassi trug ein Toupet

Agassi offenbart in seiner Autobiografie schockierende Drogenerlebnisse und entlarvt seinen Vater als aggressiven Choleriker. Außerdem gibt der Ex-Tennis-Profi zu, dass seine lange Lockenmähne eigentlich ein Toupet war - und das verheerende Folgen hatte.

REUTERS

Hamburg - Es sind Zeilen, die für die Seele vieler Männer wie Balsam wirken werden, weil sie nachempfinden können, wie es Andre Agassi ergangen sein muss. In seiner demnächst erscheinenden Biografie lüftet der 39-Jährige ein lang gehütetes Geheimnis um sein üppiges Haupthaar: Täglich sei er aufgewacht und habe Haare auf dem Kopfkissen, in der Dusche und auf dem Boden gefunden. Je mehr Haare er verlor, desto mehr sei ein "Teil meiner Identität" verloren gegangen, schreibt der ehemalige Tennisprofi. Für ihn habe es nur eine Alternative gegeben: ein Toupet.

Agassis Rückblick: 1990 spielt er sich bei den French Open hoch ins Endspiel, es ist sein erstes Grand-Slam-Turnier. "Am Abend vor dem Finale stehe ich unter der Dusche und spüre plötzlich, wie das Haarteil in meinen Händen auseinanderfällt. Wahrscheinlich habe ich die falsche Haarspülung benutzt." Sein Bruder Philly klemmt dem Profi-Tennisspieler das zerfetzte Toupet am Kopf fest - mit mehr als 20 Haarklammern.

"Beweg dich nicht so viel", rät ihm sein Bruder noch - dann würde das Falschhaar auch halten. In diesem Bewusstsein betritt Agassi, so erinnert er sich in seiner Autobiografie, den Platz. Er habe bereits während des Aufwärmtrainings gebetet - nicht um den Sieg, sondern darum, dass ihm die haarige Konstruktion nicht vom Kopf rutscht.

Es wird eines seiner schwierigsten Matches: "Bei jedem Ausfallschritt, bei jedem Sprung stelle ich mir vor, wie es im Sand landet. Ich stelle mir vor, wie ein Aufschrei durch die Menge geht, wie Millionen von Zuschauern näher an den Fernseher heranrücken, und sich fragen: Sind Andre Agassi etwa die Haare vom Kopf gefallen?"

Erst 1994 rasiert sich Agassi die Resthaare und präsentiert sich mit Glatze. Seine Frau, die Schauspielerin Brooke Shields, habe ihm dazu geraten, schreibt der Amerikaner in seiner Autobiografie und bekennt: Sein Haarteil sei für ihn wie "eine Fessel" gewesen. "Mein lächerlich langes, in drei verschiedenen Farben gefärbtes Haar war wie die Eisenkugel, die daran hing."

1995 gewinnt Agassi dann die Australian Open - ohne Haare.

jjc/AP



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