Fernseh-Doku Prinzen protestieren gegen Bilder der toten Diana

Einen Tag vor der Ausstrahlung einer Dokumentation über den Tod von Lady Di haben Harry und William den Sender aufgerufen, die Bilder ihrer toten Mutter nicht zu zeigen. Sie empfänden die Aufnahmen als "unangemessen und zutiefst beunruhigend".


London - Die Fotos der sterbenden Diana verletzten ihre Würde und seien ein krasses Zeugnis des mangelnden Respekts vor dem Gedenken an die Verstorbene, erklärten Prinz William und Prinz Harry heute. In einem ebenfalls veröffentlichten Brief an Channel 4 fragen die Prinzen: "Wenn Ihre Mutter in diesem Tunnel gestorben wäre, wollten Sie, dass das im ganzen Land im Fernsehen gezeigt würde?"

Prinzen Harry, William: "Wollten Sie, dass das im ganzen Land gezeigt würde?"
AP

Prinzen Harry, William: "Wollten Sie, dass das im ganzen Land gezeigt würde?"

Channel 4 hielt trotz der Kritik aus dem Königshaus an der Ausstrahlung der Sendung "Diana: Die Zeugen im Tunnel" fest. Der Sender beabsichtige nicht, den Prinzen Leid zu verursachen oder das Gedenken an ihre Mutter zu beschädigen, hieß es in einer Erklärung. Die Bilder und Interviews seien aber die "bislang detaillierteste" Darstellung des Unfallhergangs.

Auf den Fotos, die Paparazzi am Unfallort im Autotunnel unter der Pont de l'Alma in Paris gemacht hatten, ist unter anderem zu erkennen, wie ein französischer Arzt die schwer verletzte Prinzessin mit Sauerstoff versorgt. Allerdings hat der Sender nach eigenen Angaben das Gesicht und den Körper Dianas verdeckt, so dass sie nur durch Umrisse zu erahnen ist.

Das genügte den Söhnen Dianas jedoch nicht: "Diese Fotos sind - unabhängig davon, dass sie nicht wirklich die Züge der Prinzessin zeigen - erfüllt von der Atmosphäre und der Tragödie der letzten Momente ihres Lebens", betonte der Privatsekretär der Prinzen, Jamie Lowther-Pinkerton. Die Veröffentlichung stelle daher "einen Verstoß gegen die Privatheit und die Würde ihrer letzten Minuten" dar.

Die Produktionsfirma ITN betonte, die Dokumentation sei das Resultat einer ausgewogenen und gründlichen journalistischen Recherche der Ereignisse des 31. August 1997, "die es wert ist, erzählt zu werden". Die Sendung sollte am Mittwoch ausgestrahlt werden.

Prinzessin Diana war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen, ein Jahr nach ihrer Scheidung von Kronprinz Charles. Auch ihr damaliger Freund, der Milliardärssohn Dodi Al-Fayed, starb bei dem Unfall. Dianas Söhne Harry und William waren seinerzeit 12 und 15 Jahre alt.

jdl/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.