Florida Autopsie soll plötzlichen Tod von Anna Nicole Smith klären

Das Model und frühere Playmate Anna Nicole Smith ist tot. Sie wurde in einem Hotelzimmer in Florida leblos aufgefunden. Eine Obduktion soll nun klären, warum die 39-Jährige dort zusammenbrach.


Miami - Laut CNN alarmierte eine private Krankenschwester von Anna Nicole Smith gestern um 13.38 Uhr die Sicherheitskräfte des "Seminole Hard Rock & Casino Hotel" in Florida. Ein Bodyguard versuchte noch, die leblose Smith wiederzubeleben - erfolglos. Auch der Notarzt konnte nichts mehr für die Patientin tun. Um 14.10 Uhr trafen die Retter mit Smith im Krankenhaus ein. Dort wurde sie wenig später für tot erklärt.

Der Leichnam wird heute obduziert. Die Ermittler erhoffen sich davon Erkenntnisse über die Todesursache, die zurzeit noch völlig im Dunkeln liegt. Der zuständige Pathologe sagte, wenn Smith eines natürlichen Todes gestorben sei, könne mit einem raschen Ergebnis gerechnet werden. Dennoch werde ein abschließender Bericht vermutlich mehrere Wochen dauern. Polizisten haben bereits mindestens acht Tüten mit Beweismaterial aus dem Hotelzimmer im sechsten Stock des Gebäudes gesichert.

Erste Spekulationen, Anna Nicole Smith sei an einer Überdosis Drogen gestorben, sind bislang nicht bestätigt. Michael Scott, ein früherer Anwalt Smiths, sagte, er gehe davon aus, dass es sich um Drogenmissbrauch handele. Lenard Leeds, ein anderer Anwalt, der einst in den Diensten des Ex-Playmates stand, äußerte sich ähnlich. Die Blonde habe definitiv ein Alkoholproblem und eine Essstörung gehabt.

Smith war das Skandal-Girl der neunziger Jahre, eine Frau, die sich mit ihren Eskapaden und ihrem Körper durch die Schlagzeilen der People-Presse hangelte. Das Schicksal hat es zuletzt mit der 39-Jährigen, einst Playmate, Busenwunder und Party-Girl, nicht gut gemeint: Im September vergangenen Jahres hatte sie eine kleine Tochter auf den Bahamas zur Welt gebracht. Drei Tage später starb ihr 20-jähriger Sohn Daniel in ihrem Krankenhauszimmer, wo er seine Mutter nach der Geburt ihrer Tochter besucht hatte, vermutlich an einer Überdosis von Methadon und Antidepressiva.

Die Behörden auf den Bahamas hatten erst Mitte Januar angekündigt, dass sie die Umstände des Todes des jungen Mannes gerichtlich untersuchen wollten. Das Verfahren soll Ende März mit der Befragung von mehr als 20 Personen beginnen. "Es gibt viele unbeantwortete Fragen im Zusammenhang mit Daniels Tod, die wir klären wollen", sagte Richter Roger Gomez.

"Tabloid-Bombshell" Smith, wie sie in den USA auch genannt wurde, hatte in den letzten Jahren vor allem mit Rechtsstreitigkeiten zu tun. So sah sich Smith mit einer Klage wegen irreführender Werbung für Diätpillen konfrontiert. Ihre drei Monate alte Tochter sollte sie einem Vaterschaftstest unterziehen. Die Vaterschaft beansprucht Larry Birkhead für sich. Er hatte im Oktober Klage gegen Smith eingereicht. Auf der Geburtsurkunde der kleinen Dannielynn ist Smiths Lebensgefährte, der Anwalt Howard Stern, als Vater eingetragen.

Ein Dessous-Plakat machte sie in Deutschland berühmt

Smith hat ein skandalumwittertes Leben hinter sich. Sohn Daniel war 1986 zur Welt gekommen. Von dessen Vater ließ sich das Model aber zwei Jahre später scheiden. Die frühere Oben-ohne-Tänzerin machte sich einen Namen mit der Werbung für Guess-Jeans. 1993 wurde sie dann Playmate des Jahres, was sie endgültig zum Star der Boulevardpresse machte. Berühmt wurde die mollige Texanerin hier zu Lande, als sie im selben Jahr mit einer aufregenden Dessous-Werbung an Bushaltestellen für den Bekleidungshersteller H&M zu sehen war.

Endgültig schaffte sie es 1994 in die Klatschspalten der Weltpresse durch ihre Ehe mit dem damals 89-jährigen Öl-Milliardär J. Howard Marshall. Begegnet sei ihr der Greis in einem Striplokal, erzählte sie gern. Er habe sehr traurig gewirkt. Doch ihre Enthüllungskünste hätten den fast schon erloschenen Geist des alten Herrn geweckt. Sie habe ihn zärtlich "Paw Paw" (deutsch etwa: "Mein kleines Hasenpfötchen") genannt. Marshall heiratete die 26-Jährige in einer Drive-in-Kapelle im Juni 1994. Im August des folgenden Jahres starb er - und ein jahrelanger Rechtsstreit um das Millionenerbe begann.

Smith verlangte die Hälfte des 1,6 Milliarden Dollar schweren Vermögens von Marshall. Als ein kalifornisches Bezirksgericht Smith 2002 in einem Urteil das Millionenerbe zugestand, sprach ihr Anwalt Philip Boesch von einem "Sieg der Liebe eines Ehemannes für seine Frau". Die Anwälte der Gegenseite schmähten die Smith dagegen als "Goldgräberin".

Später wurde der Richterspruch aufgehoben. Doch der Supreme Court gab Smith im Mai 2006 neue Hoffnung: Das höchste Gericht der USA urteilte, dass sie ihre Ansprüche weiter verfolgen könne.

Im vergangenen Juni war der Milliardärssohn E. Pierce Marshall, 67, der sich gegen die Erbansprüche seiner knapp 30 Jahre jüngeren Stiefmutter gewehrt hatte, überraschend gestorben.

ffr/rüd/AFP/AP/Reuters/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.