Aufregung über Sonderwünsche König Salman bricht Frankreich-Urlaub ab

Eigentlich hatte König Salman drei Wochen an der Côte d'Azur entspannen wollen - doch nun ist Saudi-Arabiens Herrscher schon nach acht Tagen abgereist. 150.000 Menschen hatten zuvor eine Petition gegen die Sonderwünsche des Monarchen unterschrieben.

AP

Die französische Mittelmeergemeinde Vallauris hatte alles unternommen, um dem betuchten Urlauber den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen: Der etwa ein Kilometer lange Mirandole-Strand wurde für die Öffentlichkeit gesperrt, ein illegal errichteter Aufzug von der Villa zum Meer nachträglich genehmigt.

Drei Wochen wollte Saudi-Arabiens König Salman in seinem Anwesen an der Côte d'Azur verbringen. Doch nun ist der 79-Jährige schon nach acht Tagen abgereist und ins marokkanische Tanger weitergeflogen. Etwa die Hälfte der tausend Mitglieder zählenden Entourage habe Frankreich ebenfalls verlassen, sagte Philippe Castanet, Sprecher der Regionalverwaltung. Das Gefolge des Königs hatte Hunderte Hotelzimmer in Cannes und Umgebung reserviert.

Die Sonderbehandlung für den absolutistisch regierenden König hatte im republikanischen Frankreich für Empörung gesorgt. Eine Initiative hatte mehr als 150.000 Unterschriften gegen Salmans Besuch gesammelt. Die Liste solle am Dienstag den Behörden übergeben werden.

Eine Quelle aus dem Umfeld des saudischen Palastes sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Abreise habe nichts mit den Protesten und der negativen Berichterstattung zu tun.

Trotzdem können die weniger betuchten Urlauber an der französischen Riviera vorerst aufatmen: Der Mirandole-Strand wird schon ab Montag wieder für jedermann geöffnet. Auch der Lift wird nach Angaben der Gemeinde wieder abgebaut.

syd/AFP/Reuters

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