Nach Kritik an Gelbwesten Französischer Sternekoch wird Opfer von Brandstiftung

Auf Facebook kritisierte Yannick Delpech Gewalt bei Gelbwesten-Protesten. Jetzt haben Teile seines Restaurants gebrannt. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.

Yannick Delpech vor seinem Restaurant "L'Amphitryon" in Colomiers
AFP

Yannick Delpech vor seinem Restaurant "L'Amphitryon" in Colomiers


Der französische Sternekoch Yannick Delpech hat Gewalt und Hass bei den Gelbwesten-Protesten angeprangert. "Anarchisten und Rassisten" würden inmitten der von legitimen Forderungen getragenen Sozialproteste Chaos stiften, schrieb der 43-Jährige auf Facebook und betonte, er werde sich dem "Diktat des Hasses" nicht beugen: "Ich unterwerfe mich nicht den Beleidigungen, Einschüchterungen, Plünderungen und der Gewalt einer Minderheit."

Gegen fünf Uhr am Montagmorgen ging dann vor Delpechs Restaurant "L'Amphitryon" ein geparktes Auto in Flammen auf. Der Koch selbst befand sich zum Tatzeitpunkt in dem Gebäude in Colomiers nahe Toulouse. Der Brand erfasste die Küche und die Kühlkammer. Der Regionalsender France 3 veröffentlichte ein Foto, das schwere Brandschäden an einer Gebäudeseite zeigt.

Das Feuer sei ohne jeden Zweifel "absichtlich" gelegt worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Toulouse mit. Die Justiz prüft laut eigenen Angaben, ob es einen Zusammenhang mit einem früheren Einbruch in dem Restaurant und Schmierereien an dem Gebäude gibt - und ob womöglich "Gelbwesten" hinter den Taten stecken.

Unbekannte hatte am 22. Januar auf die Fassade des Restaurants Wörter wie "Kollaborateur" und "Hure" geschmiert. Auch die Abkürzung "GJ" für "gilets jaunes" (Gelbwesten) hinterließen sie auf der Hauswand.

Delpech kündigte auf Facebook an, das Restaurant "so bald wie möglich" wiedereröffnen zu wollen. Er beschäftigt 25 Mitarbeiter, die nun vorerst nicht arbeiten können.

Delpech hatte im Jahr 2000 mit nur 24 Jahren als damals jüngster französischer Koch seinen ersten Stern von dem weltbekannten Gastronomieführer Michelin erhalten. 2008 erhielt er einen zweiten Stern, den er aber 2017 wieder verlor.

Die "Gelbwesten" demonstrieren seit November gegen die Reformpolitik von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und für eine Stärkung der Kaufkraft. Bei Protesten liefern sich Demonstranten immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auch gemäßigte Aktivisten der "Gelbwesten" sehen sich zunehmend Schmähungen und Gewaltandrohungen ausgesetzt.

ala/AFP



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