Freida Pinto "Ich kenne keine Frau, die noch nie begrapscht wurde"

Freida Pinto hat in einem Interview sexuelle Gewalt gegen Frauen in ihrem Heimatland Indien beklagt. Belästigungen seien dort Alltag, sagte die Schauspielerin. Auch sie selbst habe negative Erfahrungen gemacht.

Getty Images

Hamburg - Immer wieder kommt es in Indien zu sexueller Gewalt gegen Frauen. Nun äußert sich eine prominente Inderin zu der Situation in ihrem Heimatland. "Ich kenne keine Frau, die noch nie begrapscht wurde", sagte Freida Pinto der "Brigitte".

Die 29-Jährige ist nach ihrem Durchbruch mit "Slumdog Millionär" sowohl in Indien als auch in Hollywood eine gefragte Schauspielerin. In dem Interview mit der Zeitschrift erzählte sie, sie habe negative Erfahrungen in öffentlichen Verkehrsmitteln in Mumbai gemacht. Belästigungen seien in Indien Alltag.

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und junge Mädchen in Indien ist mittlerweile weltweit Thema. Zuletzt lösten zwei Politiker weltweit Entsetzen aus, als sie öffentlich Vergewaltigungen rechtfertigten. Nach Angaben der Regierung wird in Indien alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt, die Zahl ist Aktivisten zufolge weitaus größer. Im Dezember 2012 hatte die tödliche Gruppenvergewaltigung einer jungen Studentin in Neu-Delhi weltweit Erschütterung und Massenproteste in Indien ausgelöst.

Allerdings wehrte sich Pinto gegen die Darstellung Indiens als "weltweites Zentrum von Vergewaltigungen". "Ich finde es ein wenig unglücklich, dass Indien so herausgestellt wird." Vergewaltigungen geschehen auf der ganzen Welt. Die Schauspielerin setzt sich derzeit für das Kinderhilfswerk Plan International ein, sie ist Botschafterin einer Bildungskampagne für Mädchen.

gam/dpa



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