Umstrittenes Geschenk Fußballer Adriano wegen Beteiligung an Drogengeschäften angeklagt

Der brasilianische Ex-Nationalspieler Adriano hat mal ein Motorrad gekauft. Nicht schlimm, könnte man denken. Das Problem: Er soll es einem stadtbekannten Drogendealer in Rio geschenkt haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Klage erhoben.

Brasilianischer Stürmer Adriano: Der "Imperator" in Erklärungsnot
AP/dpa

Brasilianischer Stürmer Adriano: Der "Imperator" in Erklärungsnot


Rio de Janeiro - Er galt als einer der talentiertesten Stürmer weltweit. Viele Jahre war Adriano Leite Ribeiro bei Inter Mailand unter Vertrag. Dort erspielte er sich mit vielen Toren und Erfolgen bei den Fans den Namen "l'imperatore" - "der Kaiser".

Jetzt könnte das einst so positive, aber inzwischen lädierte Image des brasilianischen Ex-Nationalspielers zum wiederholten Male Schaden nehmen. Am Dienstag erhob die Staatsanwaltschaft von Rio de Janeiro Klage gegen ihn - wegen mutmaßlichen Drogenhandels und Beteiligung an Drogengeschäften.

Der Vorwurf: Adriano soll ein Motorrad gekauft und es einem berüchtigten Drogenhändler aus dem Elendsviertel Vila Cruzeiro, in dem er groß wurde, geschenkt haben.

Vor mehreren Jahren hatte die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung zum Erwerb des Motorrads angestrengt, das auf den Namen der Mutter des Dealers registriert gewesen und für Drogentransporte genutzt worden sein soll. Adriano hatte damals sämtliche Vorwürfe bestitten.

Ein Richter muss jetzt entscheiden, ob die Klage zugelassen wird. Bei einer Verurteilung muss der Sportler mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren rechnen.

Pass eingezogen wegen Fluchtgefahr

Es ist nicht das erste Mal, dass Adriano wegen seiner mutmaßlichen Verbindungen zum organisierten Verbrechen in Rio in den Fokus der Ermittler gerät. Bisher ist er dafür jedoch nie angeklagt worden.

Adriano wurde nicht in Gewahrsam genommen. Die Behörden forderten ihn lediglich auf, seinen Pass abzugeben. Der Fußballer habe genug Geld, um das Land zu verlassen, so die Begründung.

Adriano war in der Vergangenheit immer wieder durch mangelnde Disziplin aufgefallen. Er feierte nächtelang und tauchte mehrmals zu spät oder gar nicht zum Training auf, was ihm Ärger etwa mit seinem Verein Inter Mailand brachte.

Derzeit steht der 32-Jährige in Verhandlungen mit dem französischen Zweitligisten AC Le Havre. Er war kürzlich nach Frankreich geflogen, um sich mit Vereinsfunktionären zu treffen. Anfang 2014 hatte Adriano einige Spiele für den brasilianischen Club Atletico Paranaense absolviert, nachdem er wegen Verletzungsproblemen fast zwei Jahre außer Gefecht war.

ala/AP



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