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Anne-Frank-Haus-Besuch: Bieber im Fettnapf-Fieber

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

Glück gehabt Anne-Frank-Haus nimmt Justin Bieber in Schutz

Nach seinem unrühmlichen Gästebuch-Beitrag im Anne-Frank-Haus in den Niederlanden hat Justin Bieber Rückendeckung bekommen - ausgerechnet von den Museumsmachern selbst.

Amsterdam - Kurz vor dem 68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen besuchte der 19-jährige Justin Bieber - Beruf Teenie-Idol und Sänger - das Anne-Frank-Haus in der Amsterdamer Prinsengracht. Er sah den Ort, an dem das jüdische Mädchen während des Zweiten Weltkriegs versteckt gelebt und ihr berühmtes Tagebuch geschrieben hatte. Margot und Anne Frank kamen im März 1945 in Bergen-Belsen zu Tode.

"Wirklich inspirierend, hierherzukommen. Anne war ein tolles Mädchen. Hoffentlich wäre sie ein Belieber gewesen", schrieb der Popstar ins Gästebuch. "Belieber" nennen sich die Fans des kanadischen Musikers, eine Mischung aus "believer" für den Gläubigen oder Glaubenden und dem Nachnamen des jungen Helden, Bieber.

Doch der flotte Spruch kam nicht gut an. Kritik prasselte auf Bieber nieder. Egozentrisch sei sein Verhalten, die ganze Aktion ohnehin eine widerliche PR-Nummer, wetterten Empörte auf der Facebook-Seite des Amsterdamer Museums. Doch es gab auch andere Stimmen: "Anne Frank hätte über den Kommentar gelacht und vielleicht wäre sie wirklich ein Belieber gewesen", schreibt eine Userin namens Penny Gee. Immerhin habe auch Anne Frank die Wände ihres Verstecks mit Bildern von Filmstars beklebt, mithin einen Sinn für die Verehrung von Berühmtheiten gehabt, hieß es in einem anderen Kommentar.

Nach all der Empörung mischte sich am Montag die Leitung des Museums an der Prinsengracht ein: Die Aufregung gehe zu weit, erklärte eine Sprecherin des Anne-Frank-Hauses am Montag in Amsterdam. "Seine Kommentare waren recht unschuldig." Man habe sich gefreut, Bieber als Gast begrüßen zu können. "Er hat sich sehr interessiert an der Geschichte von Anne Frank gezeigt und ist über eine Stunde geblieben", schrieb das Museum auf Facebook. "Wir hoffen, dass sein Besuch seine Fans dazu ermuntern wird, mehr über ihr Leben zu erfahren und hoffentlich ihr Tagebuch zu lesen."

Anne Frank floh 1934 vor den Nazis in die Niederlande, wo sie sich mit ihrer Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckte. Das junge Mädchen führte Tagebuch. 1944 wurde das Versteck verraten, Anne und ihre Familie ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Später wurden Anne und ihre Schwester Margot in das KZ Bergen-Belsen verschleppt, wo beide 1945 starben. Ihre Tagebuchaufzeichnungen wurden 1947 erstmals veröffentlicht.

ala/dpa/Reuters
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