Bericht über sexuelle Belästigung Geoffrey Rush gewinnt Verleumdungsprozess - 540.000 Euro Schadensersatz

Der Richter sprach von "unverantwortlichem Sensationsjournalismus der übelsten Art". Geoffrey Rush hat im Prozess gegen eine Zeitung recht bekommen. Als Gewinner fühlt er sich trotzdem nicht.

Brook Mitchell/Getty Images

Sieg vor Gericht für Geoffrey Rush: Der australische Oscar-Preisträger hat wegen eines Zeitungsberichts über die angebliche sexuelle Belästigung einer Schauspielerin umgerechnet 540.000 Euro Schadensersatz zugesprochen bekommen.

Ein Gericht in Sydney urteilte, dass der australische "Daily Telegraph" 2017 nicht mit der erforderlichen Sorgfalt gearbeitet habe. Der zuständige Richter Michael Wigney sprach von "rücksichtlosem und unverantwortlichem Sensationsjournalismus der übelsten Art".

Das Blatt hatte unter Berufung auf Eryn Jean Norvill behauptet, dass Rush die Schauspielerin während einer Theaterproduktion von "König Lear" sexuell belästigt habe. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

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Geoffrey Rush: "Es gibt in diesem Fall keine Gewinner"

Norvill ist nicht die einzige Frau, die Rush übergriffiges Verhalten vorwirft. Die Schauspielerin Yael Stone, bekannt aus der Serie "Orange Is The New Black", berichtete der "New York Times" und dem TV-Sender ABC im Dezember 2018, wie Rush sie sexuell belästigt haben soll. Er habe ihr nachts mehrdeutige Textbotschaften geschickt, nackt vor ihr getanzt und sie beim Duschen beobachtet.

Der Schauspieler dementierte die Vorwürfe. Diese seien inkorrekt und teilweise aus dem Kontext gerissen, sagte er. Es tue ihm leid, sollte er Stone mit seinem "temperamentvollen Enthusiasmus" Leid zugefügt haben.

Rush hatte 1997 für seine Rolle in "Shine - Der Weg ins Licht" den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen. Für den wichtigsten Preis der Branche war er auch wegen anderer Filme nominiert, zum Beispiel für "Shakespeare In Love" und "The King's Speech".

Bekannt ist Rush auch durch "Fluch der Karibik". Nach dem Erfolg vor Gericht sagte er: "Es gibt in diesem Fall keine Gewinner. Das war extrem peinlich für alle Beteiligten."

sen/dpa



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