George Clooney vs. Bruneis Gesetze Der Kampf geht weiter

"Ein großer Schritt vorwärts, nach einem gewaltigen Sprung rückwärts": George Clooney sieht nach der Aussetzung der Todesstrafe für Homosexuelle in Brunei keinen Grund zum Aufatmen.

AFP

George Clooney hat seine Kritik an den Gesetzen Bruneis bekräftigt. Die angekündigte Aussetzung der Todesstrafe für Homosexuelle in dem Sultanat begrüßt Clooney zwar, hält die Gesamtlage aber weiterhin für unhaltbar.

Die leichte Entschärfung sei "ein großer Schritt vorwärts, nach einem gewaltigen Sprung rückwärts", schrieb der Schauspieler und Regisseur in einer Mitteilung. Er und seine Familie wollten aber ihren Protest fortsetzen, solange Brunei seine drakonischen Gesetze nicht gänzlich abschaffe.

Clooney reagierte damit auf eine Ankündigung von Sultan Hassanal Bolkiah, Brunei werde die Todesstrafe gegen Homosexuelle doch nicht vollstrecken und stattdessen ein seit mehr als zwei Jahrzehnten geltendes Moratorium verlängern. Anfang April waren in dem Sultanat auf der Insel Borneo härtere Strafgesetze in Kraft getreten. Homosexuellen drohte die Todesstrafe durch Steinigung.

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Kritik an Bruneis Gesetzen: Hollywoodstars gegen den Sultan

In der Folge kam es zu weltweiten Protesten. Clooney rief dazu auf, Hotels zu boykottieren, die dem Sultan gehören, einem der reichsten Monarchen der Welt. Verschiedene Unternehmen und Banken unterstützten die Aktion. Unterstützung bekam Clooney von Menschenrechtsgruppen und Prominenten wie Ellen DeGeneres, Elton John, Sharon Stone und Ellen Pompeo.

Das Moratorium sei ein Versprechen an Bruneis Bürger, nicht wegen ihrer Homosexualität hingerichtet zu werden, schrieb Clooney. Zugleich werde eine Botschaft an Länder wie Indonesien und Malaysia geschickt: Es habe seinen Preis, derartige Gesetze zu erlassen. Und zwar nicht nur Hotel-Boykotts. "Unternehmen und große Banken machen mit dir keine Geschäfte", erläuterte Clooney. Das habe großen Einfluss gehabt - der Protest habe Wirkung gezeigt.

Doch das Gesetz, seine Bürger zu steinigen, bestehe in Brunei weiter. Sobald der internationale Druck nachlasse, könnten Hinrichtungen dort einfach angeordnet werden, warnte der Schauspieler.

In dem Sultanat sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Der autoritär regierende Sultan hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

ulz/dpa

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