Vom Schlosshotel ins Grandhotel Bombendrohung stört Schröders Geburtstagsfete

Bankenchefs, Wirtschaftsführer und der russische Botschafter waren im Taunus, um auch noch einmal den 70. Geburtstag von Gerhard Schröder zu feiern. Eine Bombendrohung zwang die Festgesellschaft zum Umzug von einem Luxushotel ins andere.
Gerhard Schröder (SPD) bei der Ankunft im Schlosshotel in Kronberg: Noch kein Grund zu schlechter Laune

Gerhard Schröder (SPD) bei der Ankunft im Schlosshotel in Kronberg: Noch kein Grund zu schlechter Laune

Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa

Kronberg - Umzug mit dem Shuttlebus: Eine Geburtstagsfeier für Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist am Montagabend im Taunus durch eine Bombendrohung gestört worden. Das Polizeipräsidium in Wiesbaden berichtete, die Drohung sei gegen 19.30 Uhr telefonisch eingegangen. Die Gäste mussten das Schlosshotel Kronberg bei Frankfurt verlassen. Sie seien mit Bussen ins Grandhotel Falkenstein im benachbarten Königstein gebracht worden.

Die Polizei durchsuchte das Gebäude demnach mit Spürhunden. Gegen 23 Uhr wurde das Haus laut Polizei in Teilen wieder freigegeben. An der Feier hatte neben Wirtschaftsprominenz auch der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin, teilgenommen.

Die Feier zum 70. Geburtstag des Altkanzlers war auf Einladung der Bankengruppe Rothschild zustande gekommen. Schröder ist einem Rothschild-Sprecher zufolge seit 2006 Mitglied des internationalen Beraterkreises der Gruppe. Zu der Feier im Taunus kamen auch Vertreter der deutschen Wirtschaft wie Hauptstadt-Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, aber auch FC-Schalke-04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies.

Mit einer Geburtstagsparty in St. Petersburg und einer herzlichen Umarmung mit Kreml-Chef Wladimir Putin mitten in der Ukraine-Krise hatte Schröder Ende April Kritik auf sich gezogen .

Der Altkanzler hatte sich dagegen am Wochenende verteidigt. "Der russische Präsident ist keine Persona non grata. Ich habe mich gefreut, dass er gekommen ist - auch weil ich wusste, dass es dann die Möglichkeit für ein Gespräch gibt", sagte er der "Welt am Sonntag" und dem "SonntagsBlick". Und dieses Gespräch habe, so Schröder, "was die Freilassung der OSZE-Militärbeobachter angeht, auch zu einem Erfolg geführt".

cai/dpa