Namensstreit Schröder-Ex bald Ex-Schröder?

Laut Doris Schröder-Köpf soll ihr Ex-Mann, Gerhard Schröder, sie aufgefordert haben, seinen Namen abzulegen. Der Altbundeskanzler widerspricht dem Vorwurf.

Doris Schröder-Köpf: "Völlig absurdes Ansinnen"
Joachim Sielski/ imago images

Doris Schröder-Köpf: "Völlig absurdes Ansinnen"


Gerhard Schröder soll seine Ex-Frau Doris Schröder-Köpf aufgefordert haben, den Namen Schröder abzulegen. Das sagte die SPD-Politikerin rund ein Jahr nach der Scheidung in einem Interview mit der "Zeit". "Er vertritt die Ansicht, dass immer nur die aktuelle Ehefrau seinen Namen tragen soll", sagt die 55-jährige Schröder-Köpf. Dies sei "bei einem Allerweltsnamen wie Schröder ein völlig absurdes Ansinnen".

Sie könne sich nur schwer vorstellen, so Schröder-Köpf, dass etwa der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt mit einem ähnlichen Verlangen an die Mutter seiner Söhne, Rut Brandt, herangetreten sein könnte. Glücklicherweise könnten ja aber Geschiedene selbst entscheiden, "mit welchem Namen sie in das neue Leben nach der Trennung gehen wollen".

Der Altbundeskanzler widerspricht den Vorwürfen in der "Bild"-Zeitung: "Diese Behauptung entbehre jeder Grundlage und sei 'an Absurdität nicht mehr zu überbieten", heißt es in dem Bericht. Eine Anfrage des SPIEGEL nach einer Stellungnahme ließ das Büro von Gerhard Schröder bislang unbeantwortet.

Schröder-Köpf war ab 1997 die vierte Ehefrau des SPD-Manns, der von 1998 bis 2005 Bundeskanzler war. Die Scheidung wurde am 11. April 2018 rechtskräftig. Am 2. Mai 2018 heiratete Schröder in Seoul seine neue Partnerin, die koreanische Managerin So-yeon Kim. Rund fünf Monate später feierten sie im Berliner Hotel Adlon eine Hochzeitsparty.

Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf im November 2015
DPA

Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf im November 2015

Die ehemalige Journalistin Schröder-Köpf ist seit 2013 SPD-Landtagsabgeordnete in Niedersachsen sowie Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. Sie bezeichnet sich selbst als "feministische Pragmatikerin": "Schwach in der Theorie, stärker in der Praxis, auf dem Feld, im täglichen Leben."

Sie hätte als Kanzlergattin öffentlich mehr für die Sache der Frauen tun können, meint sie im Rückblick. Damals habe sie allerdings das Gefühl gehabt, dass Deutschland in Sachen Frauen auf einem sehr guten Weg sei. Der Frauenanteil in Parlamenten sei mit jeder Wahl gestiegen, das rot-grüne Kabinett Schröder habe viele starke, durchsetzungsfähige Frauen gehabt. "Ich hatte einfach nicht den Eindruck, dass es für weitere Fortschritte die Gattin des Kanzlers braucht", sagte Schröder-Köpf der "Zeit".

Heute plädiert sie für ein Gesetz, das den Frauenanteil in den Parlamenten erhöhen soll: "SPD und CDU werden von Frauen geführt, wir haben weibliche Vorsitzende bei Grünen und Linken. Wann, wenn nicht jetzt, können wir ein Paritätsgesetz einführen?"


Lesen Sie auch das SPIEGEL-Porträt über Gerhard Schröder: Fast wieder Kanzler

ala

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