Gerichtsentscheid Michael Jackson darf weiter vermarktet werden

Aufatmen für die Fans: Ein Gericht in Los Angeles hat entschieden, dass auch nach dem Tod des "King of Pop" Michael-Jackson-Devotionalien verkauft werden dürfen. Die Mutter des Sängers begrüßte das Urteil und will nun offenbar selbst Klage erheben - wegen widerrechtlicher Tötung.


Los Angeles - Gut anderthalb Monate nach dem Tod des US-Popstars Michael Jackson ist eine Gerichtsentscheidung über die Vermarktung seines Nachlasses gefallen.

Richter Mitchell Beckloff vom Superior Court von Los Angeles erklärte am Montag (Ortszeit) einen Vertrag von Jacksons Nachlassverwaltern, dem Anwalt John Branca und dem Musikproduzenten John McClain, mit dem Unternehmen Bravado für gültig. Bravado plant, insbesondere Kleidung nach dem Vorbild der legendären Outfits des King of Pop herzustellen.

An der Verhandlung nahm auch die Mutter des verstorbenen "King of Pop", Katherine Jackson, teil. Sie verwaltet derzeit die Hinterlassenschaft ihres Sohnes und hat außerdem die Vormundschaft für ihre drei Enkel Prince Michael, Paris und Prince Michael II. Sie billigte die Entscheidung des Gerichts, erwägt aber angesichts der ungeklärten Todesumstände ihres Sohnes selbst eine Klage wegen widerrechtlicher Tötung.

Zum Tod von Michael Jackson
Sony BMG/Reuters

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Dabei sei vor allem der Name von Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray gefallen, sagte Katherine Jacksons Anwalt Burt Levitch am Montag nach der Gerichtsverhandlung in Los Angeles. Murray steht im Verdacht, dem Sänger am 25. Juni das Narkosemittel Propofol gegen Schlafstörungen verabreicht und ihn dann alleingelassen zu haben. Jackson starb kurz darauf an Herzversagen.

Eine Sprecherin von Murrays Anwalt Edward Chernoff, Miranda Sevcik, erklärte, sie habe die Pressekonferenz mit Levitch gesehen, dies bedeute aber nicht, dass eine Klage unmittelbar bevorstehe.

Auch das juristische Tauziehen um eine von dem Konzertveranstalter AEG vorgeschlagene Memorabilia-Tour zum Gedenken an Michael Jackson geht weiter. Eine solche Tour könnte bis zu sieben Millionen Dollar für die Erben einbringen, hieß es. Richter Beckloff will am Freitag abschließend darüber verhandeln. AEG Live hatte die Comeback-Konzerte von Michael Jackson geplant, die er ab Juli in London hätte geben sollen. "Es ist offensichtlich, dass AEG eine sehr aktive Rolle in den letzten sechs Monaten von Michaels Leben gespielt hat", sagte Jackson-Anwalt Levitch. "Sie zahlten für seine Wohnung und für Dr. Conrad Murray."

Das Rätselraten um die letzte Ruhestätte des Sängers scheint indes ein Ende zu haben. Am Montag erklärte Michael Jacksons 80-jähriger Vater Joe, sein verstorbener Sohn werde am 29. August, seinem 51. Geburtstag, auf dem Forest Lawn Friedhof in Hollywood Hills beerdigt werden.

ala/dpa/AFP/Reuters



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