Gesetzesänderung Darf Masakos Baby Kaiserin von Japan werden?

Selten war die Geburt eines Japaners mit so großer Spannung erwartet worden. Die ganze Insel hatte gehofft, Prinzessin Masako könnte der Monarchie einen Thronfolger schenken. Doch ihr Kind ist ein Mädchen und darf eigentlich nicht Tenno werden.


Prinzessin Masako und Kronprinz Naruhito
DPA

Prinzessin Masako und Kronprinz Naruhito

Tokio - Die japanische Regierung steht einer möglichen Verfassungsänderung zur Regelung der Thronfolge offenbar positiv gegenüber. Kabinettssekretär Yasuo Fukuda wies am Montag aber auch darauf hin, dass dies vermutlich Jahrzehnte dauern werde. Nach geltendem Recht hätte das Mädchen keinen Anspruch auf den Chrysanthemen-Thron, den nur Männer besteigen dürfen. Das entsprechende Hofgesetz wurde 1947 verabschiedet. Es hat allerdings keinen Verfassungsrang, eine absolute Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments würde genügen, einer Kaiserin den Weg zu ebnen. Beispiele in der japanischen Geschichte gibt es durchaus: In mehr als eineinhalbtausend Jahren, die die älteste Erbdynastie der Welt mittlerweile besteht, waren auch acht Kaiserinnen an der Macht, zuletzt Gosakuramachi von 1762 bis 1770.

Der jüngste männliche Spross der Kaiserfamilie ist der 1965 geborene Prinz Akishino, der jüngere Bruder des 41-jährigen Thronfolgers Naruhito, der zwei Töchter hat. Naruhito ist der älteste Sohn von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko. Das Kind von Naruhito und Kronprinzessin Masako soll am Freitag seinen Namen bekommen.

Baby-Prinzessin noch keine Quotenkönigin

In Japan sind die Sondersendungen im Fernsehen zur Geburt am Kaiserhof nur auf geringes Interesse gestoßen. Stattdessen schaute sich das japanische Fernsehpublikum lieber ein normales Programm des Senders Television Tokyo Channel 12 an, teilte die auf Einschaltquoten spezialisierte Firma Video Research am Montag mit.

So erzielte der Sender NHK am Samstagabend nach der Geburt von Kronprinzessin Masakos Tochter zur besten Sendezeit mit einem etwa zweistündigen Sonderprogramm gleich im Anschluss an die reguläre Nachrichtensendung lediglich eine Einschaltquote von zehn Prozent. Mehr schauen sich auch sonst nicht das Programm von NHK in der Region Kanto an, wo auch die Hauptstadt Tokio liegt, hieß es.

Sondersendungen von vier Privatsendern erzielten angesichts der Prime Time mit gerade mal vier bis neun Prozent sogar außergewöhnlich niedrige Einschaltquoten. Dagegen erfreute sich der Sender Television Tokyo zur gleichen Zeit mit seiner regulären Samstagssendung "Hotpot" einer Einschaltquote von 17,5 Prozent - ein Anstieg um rund sieben Prozentpunkten gegenüber der normalen Quote, hieß es. Auch im Westen des Landes habe die Quote höher gelegen.



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