Kerkeling bei "GQ"-Awards "Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben"

Eigentlich habe er gar nichts sagen wollen, so Hape Kerkeling. Und legte bei den "GQ Men of the Year"-Awards dann doch los - vor allem gegen SPD und CDU: "So wenig Kanzler wie heut war noch nie."

Annette Riedl/ DPA

Entertainer Hape Kerkeling hat zu einem Rundumschlag zur politischen Situation in Deutschland ausgeholt. Zwar habe er sich eigentlich vorgenommen, gar nichts zu sagen, "weil ich will keinen Shitstorm, auch politisch", sagte der Komiker und Autor bei den "GQ Men of the Year"-Awards am Donnerstagabend in Berlin. Um dann hinzuzufügen, dass ihn das Rennen um den SPD-Vorsitz schon umtreibe.

"Nicht, dass ich es werden wollte, aber ganz ehrlich: Die, die es werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen nicht." Bei der CDU sei es doch das Gleiche. "Die Bundeskanzler werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen's auch nicht."

Dabei sei die Situation im Land derzeit schwierig. "Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land; die schärfste Opposition überhaupt - und so wenig Kanzler wie heut war noch nie."

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Kerkeling wurde bei der Gala in der Kategorie "Entertainment" ausgezeichnet. Seine Dankesrede schloss er mit den Worten: "Und ansonsten halt ich es mit einem Zitat meiner Lieblingsphilosophin Hannah Arendt: 'Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste und ich nehm es, wie's kommt.' Vielen Dank."

Die "Männer des Jahres"-Preise der Zeitschrift "GQ" (Gentlemen's Quarterly) wurden zum 21. Mal in Deutschland verliehen. Barbara Schöneberger moderierte die Veranstaltung.

Zu den weiteren Preisträgern des Abends zählte unter anderem Sharon Stone: Sie wurde als "Frau des Jahres" ausgezeichnet. Die Schauspielerin kam zu spät, gab erst mal Autogramme und verzögerte den Showstart um fast eine halbe Stunde.

Geehrt wurden unter anderem auch: Fußballstar Toni Kroos (Sports Icon), Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (Creativity & Design), Musiker Marius Müller-Westernhagen ("Legend"), der britische Modemacher Kim Jones ("Designer of the Year") und der Italiener Mariano Di Vaio ("Influencer").

aar/dpa



insgesamt 43 Beiträge
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sven2016 08.11.2019
1. Eine ältere Dane mit Ausschnitt
bis zum Bauchnabel doziert über Sexismus und bremst die ganze Show durch ihre Stunts aus; eine früherer Witzbold bezieht sich auf Hannah Arendt (nicht seine erste "Lieblingsphilosophin" - komischer Begriff übrigens). Das ist Alles wirklich nur Unterhaltungsprogramm. Und amerikanische Stars müssen natürlich immer politisch korrekt rüberkommen und den Ton angeben. Na ja, wer es mag.
snafu-d 08.11.2019
2.
Ein "Kulturschaffender", der nicht routinemäßig gegen die AfD hetzt, ist eine wahre Seltenheit in diesem Land...
Analogkaese 08.11.2019
3. Hätte er nur
geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben. Eine politische oder gesellschaftliche Botschaft sieht anders aus. Hier höre ich ein wehleidiges Klagelied, sonst nichts.
sosume 08.11.2019
4. Politik ist ...
...das langsame Bohren dünner Bretter. Gewöhnt euch dran! Diese Rufe nach starker Führung widern mich an! Bemerken diese Politikverächter nicht, dass sie die rechte Rhetorik nachahmen?
stolte-privat 08.11.2019
5. Hape ist ein absolut...
...symphatischer Mensch voller Humor und Lebensfreude...und er hat es auf den Punkt gebracht, was in diesem Land nicht stimmt. Applaus!
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