Greta Thunberg Die "16-jährige Schwedin" ist jetzt 17

Erst protestierte sie allein und redete ihrer Mutter das Fliegen aus, dann initiierte sie eine globale Bewegung. Greta Thunberg feiert Geburtstag, ihr Vater sagt: "Für mich ist sie jetzt ein gewöhnliches Kind."
Aktivistin Greta Thunberg (am 13. Dezember in Turin): Ein weltberühmter Teenager

Aktivistin Greta Thunberg (am 13. Dezember in Turin): Ein weltberühmter Teenager

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Massimo Pinca/REUTERS

Mit 15 setzte sie sich aus Protest vor das Parlament, mit 16 wurde sie weltberühmt - nun ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg 17 Jahre alt geworden. Nach einem umtriebigen Jahr 2019 mit zwei Atlantik-Überquerungen, Dutzenden Klimaprotesten sowie Reden auf Kundgebungen und Gipfeln dürfte die junge Schwedin ihren Geburtstag voraussichtlich in ihrer Heimatstadt Stockholm verbringen.

Was genau Thunberg an ihrem Geburtstag vorhat, ist bislang nicht bekannt. Da er diesmal auf einen Freitag fällt, den Protesttag der von ihr begründeten Bewegung, könnte sie vor dem Stockholmer Reichstag erneut für mehr Klimaschutz protestieren - Geburtstag hin oder her.

Der Beginn von Thunbergs "Schulstreiks fürs Klima" ist nicht einmal eineinhalb Jahre her. Im August 2018 hatte sie sich allein vor das Parlament gehockt, um Schwedens Politiker dazu aufzufordern, mehr für das Klima und die Einhaltung der Pariser Klimaziele zu tun (lesen Sie in diesem Kommentar, welche Rolle Minderjährige für die globale Klimapolitik haben ).

Erste größere internationale Bekanntheit erlangte sie im Dezember 2018, wenige Wochen vor ihrem 16. Geburtstag: Damals hielt sie auf der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice eine viel beachtete Rede, in der sie die führenden Politiker der Welt zum Handeln gegen die Klimakrise aufrief. Fast zeitgleich fanden damals nach Thunbergs Vorbild die ersten Proteste von "Fridays for Future" in Deutschland statt.

Erst vor Kurzem hatte Thunbergs Vater publik gemacht, dass seine Tochter "viel glücklicher" sei, seit sie sich gegen die Erderwärmung engagiere. Die Jugendliche, die das Aspergersyndrom hat, habe vor ihrer Zeit als Klimaaktivistin Depressionen gehabt, nicht gesprochen und sogar zeitweise das Essen verweigert. Das sei der "absolute Albtraum" gewesen, sagte der 50-Jährige.

"Sie tanzt herum, sie lacht viel"

"Sie denken vielleicht, dass Greta jetzt nicht mehr gewöhnlich ist, weil sie etwas Besonderes und sehr berühmt ist. Aber für mich ist sie jetzt ein gewöhnliches Kind - sie kann all die Dinge tun, die andere Menschen auch tun können", sagte er. "Sie tanzt herum, sie lacht viel, wir haben viel Spaß."

Seine Tochter habe Kraft daraus geschöpft, dass sie ihre Eltern zu klimafreundlicherem Verhalten bewegen konnte. Beispielsweise habe ihre Mutter, eine Opernsängerin und ehemalige Teilnehmerin des Eurovision-Song-Contests, dem Fliegen abgeschworen. Er selbst sei Veganer geworden, sagte Thunberg. Später begleitete er seine Tochter auf Segeltrips über den Atlantik.

"Ich habe das alles gemacht, und ich wusste, dass es richtig war. Aber ich wollte damit nicht das Klima retten, sondern mein Kind", sagte der Vater. Anfangs hätten er und seine Frau das Engagement ihrer Tochter für eine "offensichtlich schlechte Idee" gehalten, weil sie sich "dem ganzen Hass auf sozialen Medien" ausgesetzt habe. Doch er finde, dass sie damit unglaublich gut umgehe.

Greta Thunberg interviewte zuletzt den legendären Naturdokumentarfilmer David Attenborough, der sich seit Langem für den Klimaschutz starkmacht. Der 93-Jährige lobte ihren Einsatz: "Sie hat Dinge erreicht, an denen viele von uns, die über 20 Jahre daran gearbeitet haben, gescheitert sind", sagte er. "Du hast die Welt aufgerüttelt!"

mxw/dpa