Gummiball verschluckt US-Talkshow-Queen weint um toten Hund

Auf ihrer Couch hopste sich Tom Cruise fast um die Karriere, bei ihr sammelt Hillary Clinton Stimmen für den Wahlkampf. Kein US-Talker ist einflussreicher als Oprah Winfrey. Jetzt beglückt sie die Nation mit Details vom Ableben ihres Golden Retrievers - eine groteske Show.


Los Angeles - Der Tod ihrer zweijährigen Retriever-Dame "Gracie" war der millionenschweren Winfrey, die auf der jüngsten Forbes-Liste der einflussreichsten Entertainment-Persönlichkeiten Nordamerikas den Spitzenplatz einnimmt, ein Editorial in ihrer Zeitschrift "O, The Oprah Magazine" wert.

Oprah Winfrey: "Ich stand da wie betäubt"
REUTERS

Oprah Winfrey: "Ich stand da wie betäubt"

In dem Beitrag beschreibt Oprah Winfrey die letzten Lebensminuten "Gracies", bevor diese an einem verschluckten Gummiball erstickte, und geht ob der Tragödie auf Sinnsuche: "Ich glaube nicht an Zufälle", schreibt Winfrey. "Ich weiß ganz sicher, dass alles, was uns zustößt, uns letztlich dabei hilft, unser Leben zu meistern."

Winfrey skizziert nochmals den Abend des fatalen Gummiball-Debakels. "Gracie" war mit ihrem Hundewalker Gassie, als sie das Bällchen, das eigentlich Winfreys Cocker "Sophie" gehört, erblickte und verschluckte. Sowohl Hundewalker als auch einer von Winfreys Sicherheitsbeamten starteten sofort Wiederbelebungsversuche - vergeblich.

"Ich rannte ohne Schuhe aus dem Haus", beschreibt Winfrey die dramatische Szene, "und sah, wie ihr der Sicherheitsbeamte den Brustkorb pumpte. Dann blickte er mich an und sagte: 'Tut mir leid, Ma'am, wir können nichts mehr tun. Sie ist dahin.'"

"Unter Tränen, stechendem Schmerz und Ungläubigkeit" habe sie versucht, die Tragödie zu begreifen, so Winfrey weiter - und lässt ihre Leser an ihren merkwürdigen Seelenregungen Anteil nehmen: "Ich stand da wie betäubt und sah zu, wie sie 'Gracie' in ein Golfmobil legten." Der immer noch warme Hunde-Körper hatte einen Lippenstift-Abdruck auf dem Fell: Winfrey hatte ihre "Gracie" zum Abschied nochmals geherzt.

Doch Winfrey wäre nicht Winfrey, wenn sie nicht auch aus diesem Vorfall genau die Art lebensbejahende Weisheit zöge, die als ihr Markenzeichen gilt. "Dieser Hund lebte jeden Augenblick, als wäre es isein letzter", bilanziert die Entertainerin. "In ihren zwei Jahren erlebte sie mehr als andere Hunde in zwölf." Daraus wolle sie nun selbst Lehren ziehen, so Winfrey. "Ihr Leben war ein Geschenk für mich. Ihr Tod ist ein noch größeres."

pad



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