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17. November 2009, 11:38 Uhr

Haftbefehl

Mutmaßlicher Crawford-Erpresser stellt sich in Deutschland

100.000 Dollar soll Edis K. für ein vermeintlich kompromittierendes Foto der Tochter von Cindy Crawford und ihrem Ehemann verlangt haben. Nun hat sich der 26-Jährige in Baden-Württemberg der Polizei gestellt - gegen ihn ist Haftbefehl wegen versuchter Erpressung erlassen worden.

Esslingen/Stuttgart - Der mutmaßliche Erpresser des früheren Top-Models Cindy Crawford hat sich am Montagabend im baden-württembergischen Nürtingen der Polizei gestellt. Edis K. sei danach direkt vernommen worden, sagte ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Esslingen und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Gegen den 26-Jährigen aus Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) sei noch am Montagabend wegen des Verdachts der versuchten Erpressung Haftbefehl erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart. K. leugne die Tat nicht. Er ist nach Polizeiangaben bereits wegen Diebstahls, Körperverletzung und Drogendelikten aufgefallen. Am Nachmittag sollte er dem Haftrichter vorgeführt werden, der darüber entscheidet, ob der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wird oder ob der Mann in Untersuchungshaft muss.

Ob und wann eine Anklage gegen K. erhoben wird, ist unklar. Sollte es zu einem Prozess gegen ihn in Deutschland kommen, drohen ihm eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug.

Edis K. soll Crawford mit einem Foto ihrer gefesselten Tochter erpresst haben. Er habe mehrfach per Telefon und E-Mail von einem Computer in Stuttgart gedroht, das Bild an Boulevardzeitungen zu verkaufen. Das Foto zeigt die damals siebenjährige Tochter von Crawford und ihrem Ehemann Rande Gerber an einen Stuhl gefesselt und geknebelt. Die Aufnahme soll bei einem Räuber-und-Gendarm-Spiel entstanden sein.

Dafür habe er von Crawford von Deutschland aus zunächst 100.000 US-Dollar (rund 67.000 Euro) und dann 100.000 Euro gefordert. Laut US-Gerichtsunterlagen wurden die Fotos offenbar von einem früheren Kindermädchen Crawfords gemacht. Edis K. ist mit der Frau befreundet und hatte das Foto an sich genommen.

Der 26-Jährige war am Sonntag aus der Türkei, wohin er sich abgesetzt hatte, nach Deutschland zurückgeflogen. "Er hatte Angst davor, in der Türkei ins Gefängnis zu kommen und in die USA abgeschoben zu werden", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Stuttgart.

han/dpa/AFP/ddp

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