Harry-Potter-Star Rupert Grint will seine Million zurück

Darf ein Spitzenverdiener sein Steuerjahr einfach verkürzen? Darum streitet Harry-Potter-Rotschopf Rupert Grint jetzt mit den Behörden vor Gericht. Es geht nicht um Galleons oder Sickles - sondern um eine sehr reale Million Pfund.

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Mit der Rolle des ergebenen Harry-Potter-Freundes Ron Weasley hat der britische Schauspieler Rupert Grint ziemlich viel Geld verdient. Etwa 24 Millionen Pfund, umgerechnet 29 Millionen Euro. So zumindest berichten es der "Guardian" und der "Telegraph".

Für sein Einkommen hat der Rotschopf in Großbritannien regulär Steuern bezahlt - einige davon zu Unrecht, wie er befand. Seit 2010 liegt er deswegen im Clinch mit den Behörden. Jetzt hat er die Steuerbehörde ihrer Majestät, die HMRC, auf Rückerstattung von einer Million Pfund verklagt.

Der Schauspieler geht damit gegen eine Entscheidung der Behörde für den Abrechnungszeitraum 31. Juli 2009 bis 5. April 2010 vor. Am 6. April 2010 war in Großbritannien ein neuer Steuersatz von 50 Prozent für Spitzenverdiener in Kraft getreten. Die damalige Labour-Regierung versprach sich davon Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Pfund im Jahr.

Grint hatte daraufhin sein Steuerjahr von zwölf auf weniger als neun Monate verkürzt. Die Steuerbehörde hatte dies als nicht rechtens abgelehnt. Grint macht geltend, er habe deswegen eine Million Pfund Steuern mehr gezahlt. Der heute 27-Jährige war damals dabei, "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" zu drehen, den vorletzten Teil der Reihe.

"Alle Steuern ordentlich bezahlt"

Bei der Anhörung vor dem Royal Courts of Justice erklärte Grints Anwalt Patrick Soares, es sei weder unzulässig noch ungehörig, den Abrechungszeitraum zu verkürzen. Sein Mandant habe nicht die Absicht, Steuerzahlungen zu vermeiden. "Er hat alle seine Steuern ordentlich bezahlt. Er will diesen Punkt einfach nur vor Gericht klären."

Anfang der Woche hatte Grint gesagt, sein Wissen über Vermögensverwaltung und Steuern sei "ziemlich begrenzt". In Steuerfragen habe er immer seinem Vater Nigel und dessen Berater Dan Clay vertraut.

Weil auch Spitzenverdiener im Filmbusiness nicht wissen, wie ihre Aktien in Zukunft stehen, ist es auf jeden Fall von Vorteil, sich ein Karrierehintertürchen aufzuhalten. So hat Harry-Potter-Kollege Daniel Radcliffe gerade sein mögliches Comeback als bebrillter Zauberlehrling ins Spiel gebracht.

Im Gespräch mit "Radio Times" sagte der 26-Jährige, er könne sich eine Rückkehr nach Hogwarts durchaus vorstellen. Allerdings nur unter bestimmten Umständen - und die müssten dann "außergewöhnlich" sein: "Allerdings hat Harrison Ford das auch über seine Rolle als Han Solo gesagt - und guck dir an, was dann passiert ist", fügte er hinzu. Ford hatte im Alter von 73 Jahren noch einmal den Schmuggler und späteren General der Rebellenallianz gespielt, den er schon in den Star-Wars-Folgen IV bis VI verkörpert hatte.

ala



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