Bilanz zum ersten Hochzeitstag Was Harry und Meghan in zwölf Monaten Ehe verändert haben

Vor einem Jahr haben Herzogin Meghan und Prinz Harry geheiratet. Seither hat sich einiges getan - für die beiden, das Königshaus und Royal-Fans. Der Überblick.

Herzogin Meghan und Prinz Harry bei einem Besuch in Marokko im Februar
FACUNDO ARRIZABALAGA/ EPA-EFE/ REX

Herzogin Meghan und Prinz Harry bei einem Besuch in Marokko im Februar


Am 19. Mai 2018 betrat die US-Amerikanerin Meghan Markle die St. Georgs-Kapelle in Windsor. Sie verließ die Kirche als Herzogin Meghan.

Nicht nur ihr Titel ist neu. Das britische Königshaus hat ein weiteres Traumpaar, ein Duo, das so viel Aufmerksamkeit bekommt, dass man Herzogin Kate und Prinz William beinahe vergisst.

Auf ihrem gemeinsamen Instagram-Account haben Meghan und Harry nun am Hochzeitstag Fotos der Zeremonie veröffentlicht. Die Bilder zeigen eine dauerlächelnde Meghan, einen einsamen Prinz Harry, der vor einem Vorhang steht und Dokumente liest. Sie zeigen Doria Ragland, Meghans Mutter, und Prinz William, Harrys Bruder. "Danke für all die Liebe und Unterstützung von so vielen Menschen in aller Welt", steht neben dem Post.

Was hat sich in ihrem ersten Ehejahr verändert? Für die beiden, das Königshaus - und die Öffentlichkeit?

1. Social autark

Meghan und Harry haben nun einen eigenen Instagram-Account. Dieser ging im April online. Vorher teilten sie einen Kanal mit Prinz William und Herzogin Kate. Das Konto ist also eine Art Emanzipation. Mit Erfolg: 8,1 Millionen Menschen haben den Kanal abonniert. Das sind etwas weniger als bei William und Kate: Ihre Seite zählt 8,8 Millionen Abonnenten.

2. Anders als Kate und William

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: den Vergleichen. Meghan und Harry machen vieles anders als Kate und William. Das ließ sich zuletzt bei der Geburt beobachten: Kate wirkte fast übermenschlich kontrolliert, als sie im April 2018 ein paar Stunden nach der Geburt ihres dritten Kindes offenbar ohne jede körperliche Spuren von dem, was sie gerade geleistet hatte, aus dem Krankenhaus spazierte.

Meghan hingegen trug ein Trenchcoat-Kleid, das ihren Körper ganz selbstverständlich zeigte. An ihrem Gang konnte man ablesen, dass sie von den Anstrengungen der Geburt noch mitgenommen war.

Eine Erklärung könnte sein, dass Kate sich schon mehr in der Rolle der künftigen Königin sieht. Schließlich ist ihr Mann William Nummer zwei der Thronfolge. Kate meint vielleicht, sich deswegen nicht so leger geben zu dürfen.

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Prinz Harry und Meghan Markle: Bilder einer Ehe

3. Wo ist eigentlich die Queen?

Die Queen kommentierte die Geburt fast von der Seitenlinie. Bei einem Empfang gratulierte ihr ein Gast: "Herzlichen Glückwunsch! Noch ein Urgroßenkel!" Und die Queen antwortete: "Ich weiß."

Ihre Reaktion passt zu ihrem derzeitigen öffentlichen Auftritt. Man kann nicht sagen, dass sie sich zurückgezogen hat - Elizabeth II. absolviert nur nicht mehr so viele Auftritte wie früher. Sie kann dank neuen öffentlichkeitswirksamen Mitgliedern die Empfänge auf mehr Köpfe verteilen.

4. Nummer sieben ist da

Das ist selbstverständlich eine der deutlichsten Veränderungen: Auf der Thronfolger-Ersatzbank sitzt ein weiterer Anwärter. Archie Harrison Mountbatten-Windsor kam am 6. Mai auf die Welt.

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Erster Fototermin: Baby Sussex stellt sich vor

Er steht an siebter Stelle in der Thronfolge - direkt hinter seinem Vater. Das Geschlecht verkündeten die beiden übrigens auf ihrem Instagram-Account. Wobei das bei der Erziehung angeblich keine zu große Rolle spielen soll: Andeutungen aus gut unterrichteten Kreisen zufolge soll Archie genderneutral aufwachsen.

5. Neue Wurzeln

Herzogin Meghan ist das erste Mitglied des Königshauses mit afroamerikanischen Wurzeln. Ihre Mutter, Doria Ragland, ist eine schwarze US-Amerikanerin.

Ihre Herkunft löste rassistische Kommentare aus. Schon bei der Bekanntgabe ihrer Beziehung im November 2016 kritisierte Harry den "Rassismus der Social-Media-Trolle".

Nach der Geburt Archies verlor zudem ein BBC-Moderator seinen Job. Er hatte ein rassistisches Foto auf Twitter veröffentlicht: Es zeigte ein Paar mit einem Schimpansen im Anzug, dazu schrieb er "Royal Baby verlässt das Krankenhaus".

Andererseits sorgte ein afroamerikanisches Mitglied im Königshaus offenbar auch dafür, dass sich viele Briten nun mit den Royals identifizieren. Die "New York Times" zitierte die schwarze britische Autorin Afua Hirsch mit den Worten: "Für praktisch jede braune oder schwarze Person, die ich kenne, ist das die erste königliche Hochzeit, für die sie sich auch nur annähernd interessieren."

6. Fans aus Übersee

Apropos "New York Times": Meghan und Harry sind ein Paar, für das sich die US-Amerikaner besonders interessieren. Schon vorher gab es dort natürlich etliche Fans des Königshauses.

Doch mit Meghan hat sich der Hype vergrößert. 29 Millionen Amerikaner sahen laut der Nachrichtenagentur "Reuters" die Hochzeit. Und: Der Sender True Royalty TV hat seinen Sitz in London - die meisten Abonnenten kommen aus den USA.

7. Ein peinlicher Verwandter mehr

Das Interesse dürfte auch wegen Meghans seltsamer Verwandtschaft so groß sein. Legendär ist schon jetzt das Theater um ihren Vater Thomas Markle. Erst hieß es, er komme zur Hochzeit, dann sagte er ab, wieder zu - und blieb der Feier schließlich wegen eines Herzinfarkts fern.

Ebenfalls nicht einfach ist offenbar das Verhältnis zu Meghans Halbschwester Samantha; die beiden haben denselben Vater. Samantha Markle fällt immer wieder mit kritischen bis abfälligen Kommentaren über Meghan auf.

8. Vier Pfoten nach 100 Tagen

Ein erfreuliches neues Familienmitglied ist dagegen ein Hund. Nach 100 Tagen Ehe gönnten sich Meghan und Harry einen Labrador.

Damit setzen die beiden eine royale Tradition fort - die königliche Familie liebt schließlich Hunde. Die Queen ließ sich gerne mit ihren Corgis fotografieren, Prinz William und Herzogin Catherine spielen mit Cockerspaniel Lupo - und auch Meghan lebte in ihrer alten Heimat Toronto mit zwei Vierbeinern, Bogart und Guy, zusammen.

9. Beruf: Prinzessin

Meghan hat nicht nur einen Hund, sondern auch einen neuen Beruf, ganz offiziell. Er steht in der Geburtsurkunde ihres Sohnes.

Britische Zeitungen druckten das Dokument. Darin stand als Berufsbezeichnung der Mutter: "Prinzessin des Vereinigten Königreichs".

Tatsächlich ist die frühere US-Schauspielerin seit ihrer Heirat formal Prinzessin. Zur Hochzeit hatte Königin Elizabeth Harry aber den Titel "Herzog von Sussex" verliehen.

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Monarchie in Großbritannien: Die Thronfolge im britischen Königshaus

10. Finger weg von der Autotür

Es war ihr erster Auftritt als Herzogin ohne ihren Mann: Im September 2018 fuhr Meghan zu einer Ausstellungseröffnung in London. Ein denkwürdiger Auftritt.

Denn die Herzogin stieg aus einer schwarzen Limousine - und schloss die Tür hinter sich. Für den Boulevard ein gefundenes Fressen: Mit der unbedachten Geste habe die 37-Jährige viele Briten "schockiert", schrieb der "Express". Der "Mirror" monierte, dass Queen Elizabeth II. oder Herzogin Kate so ein Missgeschick "nie in der Öffentlichkeit" passiert wäre.

Das ist nicht ganz richtig: Kate sorgte laut "Time" einst für Schlagzeilen, weil sie ihren Regenschirm bei einem Auftritt selbst getragen hatte.

11. Neue Heimat

Im vergangen November haben Meghan und Harry die Umzugskartons gepackt. Oder ließen sie packen.

Bis dahin lebten sie auf dem Gelände des Kensington-Palastes in London, wo auch Prinz William mit Ehefrau Kate und den drei Kindern wohnt. Ihr neuer privater Wohnsitz ist das Frogmore Cottage. Das Gebäude erhielt seinen Namen wegen der großen Anzahl Frösche, die einst in dem sumpfigen Gebiet lebten.

12. Kein Stress

Der Boulevard quakte, die beiden seien wegen eines Streits mit Kate ausgezogen. Das ist nur eine von ungezählten Episoden aus der Gerüchteküche der Regenbogenpresse. Im britischen Boulevard scheint zu gelten: Sind zwei Frauen im Rampenlicht, muss es Streit geben. Das verkauft sich schließlich besser.

Diesmal hieß es in "The Sun", die Herzogin von Cambridge sei wütend darüber gewesen, wie Meghan kurz vor ihrer Hochzeit mit den Angestellten umgegangen sei. Eine stressige Kleideranprobe von ihrer Tochter Charlotte sei demnach der Auslöser dafür gewesen, dass Kate in Tränen ausgebrochen sei.

Normalerweise reagiert der Palast nicht auf derlei Stories. Doch diesmal dementierte ein Sprecher im Magazin "People": "Das ist nie passiert."

jpz/dpa

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