Nach TV-Interview Harry und Meghan in Großbritannien unbeliebt wie noch nie

Nach ihrem brisanten TV-Interview haben Harry und Meghan laut einer Umfrage bei den Briten an Beliebtheit eingebüßt. Nur unter Jüngeren gibt es eine Mehrheit, die das Paar positiv sieht.
Abkehr vom Königreich – nun auch auf der Beliebtheitsskala

Abkehr vom Königreich – nun auch auf der Beliebtheitsskala

Foto: NEIL HALL/EPA-EFE/REX

Nach ihrem aufsehenerregenden Fernsehinterview sind der britische Prinz Harry und seine Frau Meghan bei den Briten unbeliebt wie noch nie. In einer am Freitag veröffentlichten YouGov-Umfrage  äußerten erstmals mehr Teilnehmer eine negative Meinung gegenüber Harry, nur noch 45 Prozent sind ihm gegenüber demnach positiv eingestellt. Seine Frau Meghan kommt noch schlechter weg: 58 Prozent der Befragten haben eine schlechte Meinung von ihr, nur rund ein Drittel sieht sie positiv.

Jüngere Briten zeigten dagegen höhere Zustimmungswerte. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sagten drei von fünf Befragten, dass sie Harry mögen – mehr als jeder Zweite sagte das über Meghan.

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Die Einstellung gegenüber den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie hat sich der Umfrage zufolge nicht verändert. An der Spitze der Beliebtheitsskala steht Königin Elizabeth II. mit Zustimmungswerten von 80 Prozent. Auch Harrys Bruder Prinz William und dessen Frau Kate kommen auf Beliebtheitswerte von rund 75 Prozent. Lediglich Thronfolger Prinz Charles hat nach dem Interview Einbußen in der Beliebtheit einstecken müssen, die positiven Meinungen über ihn sanken um neun Prozentpunkte auf 49 Prozent.

Rassismus-Vorwürfe gegen den britischen Palast

Das am Sonntag in den USA und am Montag in Großbritannien ausgestrahlte Fernsehinterview von Meghan und Harry schlägt im Vereinigten Königreich hohe Wellen. Am schwersten wiegt der Vorwurf des Rassismus – den Prinz William am Donnerstag zurückwies. Meghan sagte darin, während ihrer ersten Schwangerschaft habe es im Königshaus mit Blick auf ihr ungeborenes Kind »Sorgen und Gespräche« darüber gegeben, »wie dunkel seine Haut sein mag, wenn er geboren ist«.

Außerdem schilderte die 39-jährige frühere US-Schauspielerin, dass ihr trotz ihrer Suizid-Gedanken wegen der permanenten negativen Medienberichterstattung über sie psychologische Hilfe verwehrt worden sei. Harry berichtete, dass er sich von seinem Vater Charles »im Stich gelassen« gefühlt habe.

Der Palast erklärte, die Familie wolle die Vorwürfe privat aufarbeiten. Man nehme sie aber »sehr ernst«.

lmd/AFP