Nach Kritik am Königshaus 44 Prozent der Briten wollen Harry und Meghan Adelstitel entziehen

Harry und Meghan haben sich vom Königshaus verabschiedet, führen aber noch ihre Adelstitel. Nach der jüngsten Kritik wünschen sich viele Briten, dass die beiden sich nicht mehr Herzog und Herzogin nennen.
Harry und Meghan leben mittlerweile in Kalifornien (Archivbild)

Harry und Meghan leben mittlerweile in Kalifornien (Archivbild)

Foto: HENRY NICHOLLS / REUTERS

»Königliche Hoheit« – so nennen sich Harry und Meghan schon seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Die Titel Herzog und Herzogin tragen die beiden aber trotz ihres Abschieds vom britischen Königshaus weiterhin. Doch das passt vielen Briten offenbar nicht.

Nach den jüngsten Vorwürfen von Prinz Harry gegen das Königshaus plädiert fast die Hälfte der Menschen in Großbritannien dafür, dem Enkel der Queen und seiner Ehefrau Herzogin Meghan die royalen Titel zu entziehen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov  stimmten 44 Prozent von 4567 Erwachsenen zu, dass das Paar nicht länger die Bezeichnung Herzog und Herzogin tragen solle.

Vor allem ältere Menschen waren dieser Meinung: In der Altersgruppe von 50 bis 65 Jahren votierten 55 Prozent für den Titelentzug, über 65-Jährige sogar zu 59 Prozent. Bei den 18- bis 24-Jährigen war es hingegen nur jeder Fünfte (20 Prozent), hingegen sagte hier mehr als jeder Vierte (27 Prozent), dass sie ihre Titel weder verlieren noch aufhören sollten, sie zu nutzen.

Harry hatte vor wenigen Tagen im Podcast »Armchair Expert«  gesagt, sein Vater, Thronfolger Prinz Charles, habe das eigene Leiden auf seine Kinder übertragen. »Er hat mich so behandelt, wie er selbst behandelt wurde«, sagte Harry. Das wurde auch als Kritik an seiner Großmutter Queen Elizabeth II. (95) und dem kürzlich gestorbenen Prinz Philip verstanden und löste offenbar auch Unmut im Palast aus.

Harry und Meghan vor drittem Hochzeitstag

Zusammen mit seiner 39-jährigen Frau Meghan hatte Harry sich vor etwas mehr als einem Jahr von den royalen Pflichten verabschiedet – und den gemeinsamen Lebensmittelpunkt nach Kalifornien verlegt. Für Aufsehen sorgte ein Interview des Ehepaars mit Oprah Winfrey, in dem beide über Rassismus und Mobbing im Königshaus sprachen .

Nach dem Rückzug hatte das Königshaus dem Paar laut Prinz Harry den Geldhahn zugedreht. Weil seine Mutter ihm Geld hinterlassen habe, hätten sich die beiden den Ausstieg leisten können. Nun versuchen Harry und die frühere Schauspielerin Meghan unter anderem, medial durchzustarten.

Das Paar feiert an diesem Mittwoch seinen dritten Hochzeitstag. Es wird erwartet, dass sie die sogenannte Lederne Hochzeit in privatem Rahmen in ihrer Wahlheimat Kalifornien begehen, wo sie seit gut einem Jahr mit Sohn Archie leben. Im Sommer erwarten Meghan und Harry eine Tochter.

ptz/dpa