SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

06. Mai 2019, 19:58 Uhr

Nachwuchs für Harry und Meghan

Ganz der Papa?

Harry und Meghan haben einen Jungen bekommen. Viel mehr ist noch nicht bekannt, doch zum Glück gibt es einiges über royale Gepflogenheiten zu berichten. Hier sind sieben Handreichungen zum Mitreden.

Natürlich hat sich auch Thomas Markle schnell öffentlich zu Wort gemeldet, der frischgebackene Großvater. Etwa eine Stunde war die Nachricht in der Welt, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan einen Jungen bekommen haben, da wurde Meghans Vater im Boulevardblatt "The Sun" zitiert. Er sei stolz, sagte Thomas Markle demnach, "dass mein neuer Enkel in die königliche Familie geboren wurde. Und ich bin sicher, dass er der Krone und den Briten mit Anstand, Würde und Ehre dienen wird."

Das Verhältnis von Meghan zu Teilen ihrer Familie ist bekanntermaßen schwierig, immer wieder lieferten ihre Halbschwester und ihr Vater den bunten Blättern Nachrichten, die so gar nicht dem Gusto der britischen Royals entsprechen.

All das gehört inzwischen zur Geschichte von Harry und Meghan, die - so spekulieren britische Zeitungen - ohnehin vieles anders machen wollen als bislang im Königshaus üblich. Vor einem Monat erklärten die 37-Jährige und der 34-Jährige, dass sie die Geburt ihres ersten Kindes nicht sofort öffentlich verkünden, sondern zuerst privat feiern wollen. Das haben sie nun immerhin einen halben Tag geschafft.

Viel gab Harry dann auch nicht bekannt, als er sich in Windsor für ein paar Sekunden vor die Kameras stellte. Damit Sie trotzdem mitreden können, geben wir Ihnen hier sieben mehr oder weniger wichtige Fakten zum Royal Baby an die Hand.

1. Leichter Junge

Rund 3300 Gramm wiegt der Junge, dessen Name noch nicht bekannt ist. An das Gewicht seiner Cousins und seiner Cousine kommt er damit nicht heran. Die Kinder von Prinz William und Herzogin Catherine brachten einige hundert Gramm mehr auf die Waage. So wog Prinz George 3798, Prinzessin Charlotte 3714 und Prinz Louis stolze 3827 Gramm.

2. Kein Quotenbaby

In England kann man auf alles wetten, natürlich auch auf das Geschlecht eines Babys. Anbieter William Hill nahm die Wette allerdings bereits ab dem 9. April aus dem Angebot, denn die Tendenz der Kunden war klar: "Egal, welchen Betrag wir anboten, die Leute setzten weiter auf ein Mädchen", sagte ein Sprecher. Auch bei Betfair setzten die meisten Bieter auf weiblichen Zuwachs im britischen Königshaus. So kann man sich irren.

3. Baby ohne Namen

Jetzt geht es vor allem um eine Frage: Wie wird das Kind heißen? Auf die Antwort muss die Öffentlichkeit - erfahrungsgemäß - noch etwas warten. Bei Prinz George und Prinzessin Charlotte dauerte es jeweils zwei Tage bis zur Bekanntgabe, bei Prinz Louis sogar vier Tage. Doch im Vergleich zum Jahr 1948 ist das gar nichts: Prinz Charles war schon einen Monat auf der Welt, ehe sein Name verkündet wurde.

4. Kein Prinz für den Prinzen

Bis der Name des Jungen bekannt ist, könnte man ihn ja "kleiner Prinz" nennen - doch so einfach ist das nicht. Wir ersparen Ihnen alle Details, denn es ist ziemlich kompliziert. Doch so viel muss sein: Nach einem Erlass von König George V. darf in der Urenkel-Generation nur der älteste Sohn des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales den Titel noch tragen. In diesem Fall also Prinz George, der älteste Sohn des ältesten Sohnes (Prinz William) des Prinzen von Wales (Prinz Charles).

Soweit alles klar? Dann wundern Sie sich vielleicht noch, warum auch Georges Geschwister Charlotte und Louis den Titel tragen. Das hat Queen Elizabeth II. zu verantworten, denn die erklärte 2012, dass alle Kinder von Prinz William, also alle Kinder des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales, Prinzessin oder Prinz genannt werden dürfen. Uff.

Damit zurück zum Sohn von Harry und Meghan, der in der Thronfolge einen Platz hinter seinem Vater auf Platz sieben liegt. Dass Elizabeth II. auch für Harrys Kinder eine Ausnahme macht, halten Experten für unwahrscheinlich. "Die Queen könnte die Kinder, sehr theoretisch, zu königlichen Hoheiten machen, aber das ist nicht sehr wahrscheinlich", sagte etwa Joe Little vom "Majesty Magazine" in London der "Süddeutschen Zeitung".

5. Gutes Timing, schlechtes Timing

Opa Charles kann erstmal nur wenig Zeit mit seinem neusten Enkelkind genießen. Denn der Prinz von Wales, (dessen ältester Sohn..., ach lassen wir das) wird am Dienstag gemeinsam mit Herzogin Camilla zum Auftakt eines mehrtägigen Deutschlandbesuchs in Berlin erwartet. Rechtzeitig zur Geburt hat es Herzogin Meghans Mutter nach Großbritannien geschafft. Doria Ragland sei in Frogmore Cottage, dem Wohnsitz der frischgebackenen Eltern, hieß es in einer Mitteilung des Buckingham-Palastes. Sie sei "überglücklich über die Ankunft ihres ersten Enkelkindes".

Laut offiziellem Terminplan muss sich Prinz Harry bereits in dieser Woche vorübergehend von seinem Kind und seiner Frau trennen. Er soll in die Niederlande reisen, um den Countdown für die Invictus-Games in einem Jahr in Den Haag zu starten. Ob er das wirklich tut, ist unklar.

6. Ganz der Papa?

Geben Sie es zu: Sie wollen doch eigentlich nur Babyfotos sehen! Tja, damit können wir nicht dienen, das dauert wohl leider noch ein paar Tage. Bis dahin zeigen wir Ihnen einfach noch mal Prinz Harry als Baby, ist doch auch was! Bitte sehr:

7. Zeuge der Geburt

Prinz Harry war laut dem Buckingham-Palast bei der Geburt seines ersten Sohnes dabei. Wer sonst noch im Kreißsaal war, ist nicht bekannt - vermutlich jedoch kein Vertreter der britischen Regierung. Das war früher anders - zumindest, wenn es um den Thronfolger ging. Bei der Geburt von Queen Elizabeth II. im Jahr 1926 war Innenminister Sir William Joynson-Hicks anwesend. 1948 - vor der Geburt von Prinz Harrys Vater Charles - wurde der Brauch beendet. Vermutlich hätten die britischen Minister im aktuellen Brexit-Chaos auch nur wenig Zeit für derartige Termine.

bbr/hut/sen/dpa/AFP

URL:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung