Vorwurf sexueller Übergriffe Serienproduzentin verklagt Harvey Weinstein

Die Liste der Frauen, die Filmproduzent Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vorwerfen, wird immer länger. Nun will eine Angestellte seiner Firma ein gerichtliches Urteil. Auch gegen Sylvester Stallone gibt es neue Anschuldigungen.

Harvey Weinstein (Archiv)
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Alexandra Canosa, Produzentin der Netflix-Abenteuerserie "Marco Polo" zieht gegen Filmmogul Harvey Weinstein vor Gericht. Wie nun bekannt wurde, verklagt sie ihn vor dem Obersten Gericht New Yorks wegen sexueller Übergriffe, sexueller Einschüchterung, emotionalen Missbrauchs und gewalttätiger Angriffe auf zehn Millionen Dollar (umgerechnet etwa 8,4 Millionen Euro) Entschädigung.

Die Weinstein zur Last gelegten Taten erstreckten sich Canosa zufolge über mehrere Jahre. "Harvey Weinstein drohte der Klägerin und stellte klar, dass es, sollte sie seinen Forderungen nicht nachgeben oder sein unerwünschtes Verhalten aufdecken, Vergeltung gebe", zitiert das Magazin "Variety" aus der Klageschrift. Weinstein habe mit Demütigung sowie Jobverlust gedroht - und dem Verlust der Möglichkeit, im Unterhaltungsgeschäft zu arbeiten.

Dem Bericht zufolge richtet sich die Klage auch gegen Weinsteins Bruder Bob, die Produktionsfirma The Weinstein Company und weitere Vorstandsmitglieder des Unternehmens. Canosa ist Angestellte der Firma. In der Klage wirft sie dem Vorstand und dem Unternehmen vor, Harvey Weinsteins Verhalten erleichtert und verheimlicht zu haben - und nicht gehandelt zu haben, um es zu verhindern.

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Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Dem 65-Jährigen werden in zahlreichen Fällen sexuelle Übergriffe bis hin zu Vergewaltigung vorgeworfen. Er ist inzwischen von seiner Firma entlassen worden, hat Fehlverhalten zugegeben, weist aber die Vergewaltigungsvorwürfe zurück.

Nachdem die "New York Times" Opfer des einst mächtigen Filmproduzenten zu Wort kommen ließ, machten viele weitere Frauen ihre Erfahrungen mit Weinstein öffentlich - darunter Stars wie Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Der Fall löste in den USA und in anderen Ländern eine breite Debatte über sexuelle Belästigung aus, fast täglich melden sich Opfer zu Wort. Zahlreiche Prominente aus Politik und Showbusiness stolperten über Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe.

Auch Hollywood-Star Sylvester Stallone wird erneut mit Vorwürfen eines sexuellen Übergriffs konfrontiert. Im November habe eine Frau bei der Polizei im kalifornischen Santa Monica Vorwürfe gegen den Schauspieler vorgebracht, teilte ein Polizei-Sprecher mir. Der Vorfall soll sich Anfang der Neunzigerjahre in Santa Monica zugetragen haben. Nähere Angaben zu dem möglichen Opfer und den Vorwürfen machte die Polizei nicht.

Mitte November hatte der 71-Jährige Vorwürfe eines sexuellen Übergriffs auf eine 16-Jährige, der 1986 in Las Vegas erfolgt sein soll, zurückgewiesen. "Dies ist eine lächerliche, kategorisch falsche Geschichte", teilte Stallones Sprecherin Michelle Bega damals mit.

wit/AFP/dpa

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